Review

So, heute ist Silvester und da packe ich mal einen absoluten Geheimtipp aus, der gleichzeitig ein Knaller für jede Silvesterparty ist. Es geht um die relativ unbekannte Trashkomödie aus dem Jahre 1993 mit dem Namen „Freaks“, die so dermaßen Trashig-Genial ist, dass mir Tränen kommen könnten. Ich meine wer wollte denn nicht mal Mr. T in Frauenkleidern sehen oder ein Keanu Reeves in einem Hundekostüm. Daneben noch ein Randy Quaid als verrückter Prof., eine Brooke Shields die sich in ein grausames Monster verwandelt (ohne wirklich erkennbaren äußeren Unterschied) sowie Sam Raimi und Rob Tapert in kleinen Nebenrollen. Freunde, die 80-minütige Freakparty kann beginnen.

„Hideous Mutant Freekz“

Das war der eigentlich geplante Titel, den sich Alex Winter und Tom Stern für ihren Film ausdachten. Aber 20th Century Fox war der Titel wohl zu „freakig“ und so wurde der Film in ein wesentlich unspektakuläreres „Freaked“ umgetauft“. Der deutsche Titel ist sogar noch „kreativer“. „Freaks“ spielte an den Kinokassen der USA knapp 30.000 Dollar ein, wohlgemerkt bei einem 12 Mio. $ Budget. Fox hielt den Film für scheiße und strich sämtliche Werbung und führte den Film in nur einer handvoll Lichtspielhäusern vor. In Deutschland erschien er erst garnicht im Kino. Es blieb bei versteckten Free-TV Austrahlungen im Nachtprogramm und einer kümmerlichen DVD-Veröffentlichung, die man heute nur noch schwer findet. Dennoch ist „Freaks“,für mich, einer der schrägsten, beklopptesten und besten All-Time Comedys.

Ich denke Sie kennen auch den Spruch: „Das ist so schlecht, das es schon wieder genial ist“. Hier passt das wie Arsch auf Eimer. Die Story wirkt wie in einem billigen Comic und wird am Ende noch richtig farbig. Alles an dem Film ist aufgesetzt und übertrieben. Zu verdanken ist das den grandiosen Schauspielleistungen. Alex Winter spielt in dem Film einen arroganten Filmstar (namens Ricky Coogan) der sein Namen für einen Giftdünger hergibt und auf der Reise zum Herstellungsort von einem durchgeknallten Professor damit eingerieben wird und somit zum Freak mutiert. Zusammen mit anderen „missgebildeten“ versuchen sie zu fliehen. Begleitet wird er dabei von seinem chaotischen Kumpel der bereits im Flieger so richtig abgeht (samt „handlicher“ Penisprothese) und einem kleinen kurzsichtigen Jungen, der um die Freundschaft kämpft.

Ätzende Kinder in Filmen. Michael Mittermeier nannte diese Kinder im QCC auch liebevoll „Arschlochkinder“. So ähnlich ist das auch in „Freaks“ der Fall. Aber in einer dermaßen übergezeichneten Art, das man nur noch schreien möchte. Und wenn dieses hässliche Gör denn noch aus einem Flieger geschmissen und durch sämtliche Glastüren geworfen wird, wünscht man dieses Schicksal gleich mehreren Kindern im Filmbuis. Von Kevin – Allein zu Haus bis hin zu dem kleinen Scheißer aus Robocop 2.

Es gibt sicher dutzende Leute, die „Freaked“ in der Luft zerreißen. Dabei sollte man beachten, das sich „Freaks“ zu keiner Sekunde ernst nimmt und sich quasi jede Sekunde selbst verarscht. Das merkt man schon an den übertriebenen Charakteren. Hervorheben möchte ich aber mal die Freaks in diesem kleinen Filmchen. Da hätten wir die Bärtige Lady (gekonnt verkörpert von Mr. T), Sockenkopf, einen Wurm, Ortiz der Hundejunge, Froschmann, die menschliche Flamme (wobei die einzige Flamme hinter(n)rücks aus dem Typen schießt) und Rosie der Holzkopf. Das Traurige an der Sache ist, dass viele Freaks in dem kurzen 80-Minuten Film doch ziemlich farblos bleiben und somit auch Potenzial für noch mehr Gags verloren geht.

Beweis hier für ist die Szene in der sich Alex Winter von der Freakschaar vorzeitig verabschiedet. Dabei sind seine Abschiedsworte nur wortleere Hülsen, nach dem Motto – Eigentlich hab ich euch kaum gekannt. Abgeschlossen wird dies mit dem Bekenntnis und der Kennedy-Hommage „Ich bin ein Freak“, der in der englischen Originalsynchro auch so auf Deutsch gesprochen wird. Die deutsche Synchro war ganz ausgefuchst und übersetzte diese Worte wiederrum auf Englisch, was dem Witz ja völlig die Luft nimmt. Als hätte Ivar Combrinck eine alte Cheersfolge übersetzt. Mit dem Bug und Prost Helmut und ZDF, aber das ist eine andere Geschichte.

Ansonsten ist an der Synchro kaum was auszusetzen, dennoch zieht die Originalfassung mehr Gags. Super Überleitung übrigens zu solchen. Denn hier wird ein ganz spezieller Humor bedient. Der Sinnlos-Gaga-Hirnlos Humor, in dem einfach jeder sein Gehirn für 80-Minuten ins Eisfach legen kann und auch muss. Leute, die das nicht können, geben dem Film sicher nur 1/10 und sehen sich lieber heutige Komödien mit Seth Rogen und Jack Black an. Dabei könnte ich wiederum kotzen. Heutzutage werden Filme wie „Hangover“ als „Komödie des Jahres“ bezeichnet. Wenn das schon so weit gekommen ist, dann gute Nacht Marie.

Fazit: „Freaks“ ist ein einziges Trashcomedy-Juwel! Wie ich schon geschrieben hab, an dem Film ist alles überzogen und das macht ihn so genial. Er will billig wirken und sicher ist auch so einiges albern. Aber je öfter man sich diesen Film gibt, desto besser wird er. Die Darsteller sind allesamt treffend besetzt und herrlich schaurig. Die Freaks haben Sympathiewert und die Gags sitzen einfach. Schrecklich überzeichnete Figuren, jede Menge Spaß und verrückte Einfällen, machen „Freaks“ zu einem Partyfilm wie er sein sollte. Und so schließe ich mit den Worten: „I ILKE IKE“. Was das zu bedeuten hat, müssen Sie schon selbst rausfinden und 80 Minuten mal Ihr Hirn ins Eisfach legen. Es lohnt sich!

Trash- und Spaßwertung: 10/10
Objektive Bewertung: 7/10
=8,5 = 9/10

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