iHaveCNit: Schmetterlinge im Ohr (2022) – Pascal Elbe – Neue Visionen Filmverleih
Deutscher Kinostart: 16.06.2022
gesehen am 17.06.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema - Lumiere – Reihe 5, Platz 12 – 20:30 Uhr
Schwerhörigkeit im Film hat mich vor allem zuletzt in Darius Marders „Sound of Metal“ sehr begeistert. Schade, dass ich bis heute noch nicht dazu gekommen bin den Oscarpreisträger „CODA“ zu sehen. Genau das, was beide Filme gemeinsam haben – nicht nur die Betrachtung von Schwerhörigkeit und Gehörverlust, sondern auch keine Veröffentlichung im Kino. Gerade weil die technische Umsetzung im Hinblick auf den Sound sich eigentlich perfekt für eine gute Soundanlage in einem Lichtspielhaus eignet. Da kommt aktuell in der Arthouse-Sektion ein kleiner, feiner, französischer Film von Regisseur und Hauptdarsteller Pascal Elbe in die Kinos, der zumindest einen kleinen Einblick und Ausblick liefert, was das Kino für das Thema „Schwerhörigkeit“ und „Gehörverlust“ bieten kann.
Antoine scheint ein sehr ignoranter Mittfünfziger, der seinen Wecker scheinbar bewusst ignoriert, seiner Nachbarin damit auf den Sack geht, sich scheinbar überhaupt nicht für die Gefühle seiner Freundin interessiert und auch als Geschichtslehrer über seine Schüler hinweg unterrichtet. Bis er der Wahrheit ins Auge sehen muss – er verliert mit zunehmender Zeit sein Gehör. Die einzige Hilfe für ihn sind Hörgeräte, die jedoch für ihn scheinbar neue Probleme schaffen. In dieser Zeit scheint die schweigsame Tochter seiner Nachbarin die einzige Person zu sein, die ihm etwas Ruhe gibt und zu der er auch scheinbar der Einzige ist, der einigermaßen Zugang zu ihr findet, was selbst ihrer Mutter Claire nicht gelingt, in die er sich dann auch zu verlieben scheint.
Der Film selbst im Kern als Rom-Com wirkt sehr sprunghaft und holprig und ist auch dahingehend mit seinen knapp 90 Minuten sehr kurz, die an sich eigentlich eher komplett belanglos wäre, wäre da nicht der eigentlich tragische Kern seiner Geschichte. Gerade im Kontext des Themas „Schwerhörigkeit“ und „Gehörverlust“ gibt es im Film einige, durchaus witzige und interessante Situationen, die gekonnt damit spielen und damit auch ein wenig erfrischend im Bereich von Rom-Coms sind, dabei aber auch eine gewisse Tragik offenbaren. Mir hat vor allem die Umsetzung der soundtechnischen Aspekte von „Schwerhörigkeit“ und „Gehörverlust“ und auch der Einsatz von technischen Hilfsmitteln dahingehend gefallen. Wie sich damit auch im Kino bei einer guten Soundanlage die Wahrnehmung des Gehörs erfühlen lässt ist großartig und offenbart für mich die Möglichkeiten, die sich mit einer Veröffentlichung von „Sound of Metal“ im Kino ergeben hätten können. Der selbst an Gehörverlust leidende Regisseur und Hauptdarsteller Pascal Elbe liefert hiermit einen auf eigene Erfahrungen beruhenden Film, der sehr charmant, authentisch, witzig und unterhaltsam ist, aber durchaus noch Potential nach oben gehabt hätte.
„Schmetterlinge im Ohr“ - My First Look – 7/10 Punkte.