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Zweite Eigenkreation von David Heavener, welcher nach dem Regiedebüt mit Outlaw Force das Jahr zuvor hier nur unwesentlich mehr inszenatorische Ideen und auch noch nicht das Geschick mit dem Handwerk von rudimentärer Dramaturgie oder wenigstens etwas pacing zum Antrieb des oft leeren Geschehens aufweist. Immerhin sind auch spätere Eigenarten, quasi die Markenzeichen der noch viel Un- und Frohsinn bereithaltenden Werke wie der David mit Trauma, diverse unnötige Nacktszenen oder das Spiel mit Westernmotiven hier schon bereit, werden die beiden letzteren Faktoren hier gar zur Genüge und wie im Exzess und so als Neowestern im postapokalyptischen Milieu mit allerhand Nackedei als Blickfang ausgespielt:

Nach dem Nuklearen Krieg ist die Erde verwüstet. Eine kleine religiöse Gemeinschaft unter der Führung von Duke [ Stuart Whitman ] wird von der Bande von Hog [ Darwyn Swalve ] terrorisiert, der vor allem auch ein Auge auf die Dorfschönheit Shawna Dawson [ Alyson Davis ] geworfen hat. Zum Glück wird die Gemeinde vom durchreisenden Cody [ David Heavener ], einem ehemaligen Polizisten und jetzigen Priester beschützt.

Theoretisch könnte dies auch formvollendet ein 'richtiger' Western und nicht die Spielart damit, der Zusatz mit der Science fiction im Sinne von Postnuke & Wasteland sein, war diese Subgattung gerade in den Achtzigern allerdings recht gefragt und ist man im Anreizen von Gefälligkeiten und Setzen von Trieben sowieso nicht verlegen. Heavener weiß um seine Kunden und deren Vorlieben, und sind die Prämissen der Filme auch jeweils in Angleichung an Markttrends und dem Verbinden von Genres – wie Namsploitation und Survival Run im folgenden Kill Crazy (1990) – so schlecht gar nicht. Fehlen tut es zur Umsetzung des Geschriebenen dann sichtlich sowohl am Talent als auch am Geld, stellen die Arbeiten jeweils die untere Grenze zur Armut, die Finanznot, das Loch in der Kasse dar, und sind keine Tricks zum Umgehen diese Zahlungsunfähigkeit gelernt.

So wird hier das Wesentliche erst im voice over und anhand einer langen und recht unzusammenhängenden Szenenfolge, einem Hin und Her aus Tag und Nacht und dies und das, schon so Beginn nie im Rhythmus oder irgendwie im Gleichklang und ohne Verbindungsstücke außer der Imagination des Zuschauers erzählt. Später ändert sich das ein wenig, nicht wirklich viel, um in einen Showdown zu münzen, der derart grotesk in Szene gesetzt ist, dass die Augen und Mündern weit aufstehen und der Wechsel zur Komödie allerspätestens da vollends gegeben ist. (Sprichwort: Kirmes- und Tontaubenschießen.)

Bis dahin hat man ein Abgleich aus so etwas wie den späten Nachzügler vom Mad Max und Konsorten, dem Witness – Ausflug von Harrison Ford in die Amish-Gemeinde und der schlechten Imitation eines Eastwood, allen voran dem des High Plains Drifter und des Outlaw Josey Wales gesehen. Ein auf dem Papier höchst wohlschmeckend klingendes Gebräu, dass auch in realiter seine gewissen kleineren Vorzüge, seine Idiotien und Lächerlichkeiten, aber auch seine Referenzen an die jüngere Filmgeschichte sowie den todsicheren Plot von Auge um Auge und Zahn und Zahn, nur eben keinerlei Schauwerte oder ein bisschen Feuer unter dem Hintern hat. Hier und da fallen ein paar Schüsse zur Aufheiterung, passiert ansonsten bis auf etwas Ansprache, stilecht mit dem Zigarrenstumpen im Mund und dem Patronengurt über der Brust allerdings nichts; wenn man mal vom Nacktbaden im See der bepelzten Bären (der eine obenrum, die andere unten) und dem anschließenden Schäferstündchen der beiden Freikörper am Schilfufer absieht.

Auch das Umfeld ist öde, die Lage trostlos, das Städtchen leer und jeweils immer nur die Bildmitte im Kader, des Zentrale und nie etwas links und recht oder davor und dahinter mit Leben gefüllt. Der nukleare Holocaust, der der Geschichte vorangegangen ist, hat auch sämtliche Energien, nicht nur die Elektrizität, sondern auch den Antrieb der Menschen, die Bewegungs- und Reaktionsfähigkeit der Leute, das betonte Sprechen und das sich mal wie der Normalbürger verhalten gleich mit ausgelöscht. Einzig die Prominenz im Bunde, der ehrwürdig alt gewordenen Whitman verströmt in seinen wenigen Auftritten so etwas wie Schauspiel, was den anderen Chargen aber auch dank ihrer 'Dialoge' und 'Monologe' und nicht zuletzt auch der am Boden fest getackerten Kamera von Stammmitglied David Hue komplett abgeht. Produziert von AIP; was mitnichten für American, sondern für Action International Pictures, also als Warnung steht.

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