Auch bei diesem Aufklärungsfilm der etwas anderen Art stellt sich die Frage, ob man den etwas verwirrenden deutschen Filmtitel nicht etwas unglücklich gewählt hat. Denn hier geht es nicht ums "Fummeln" was wie man zunächst denken könnte, sondern um den Geschlechtsakt an sich und die individuellen, eher voyeuristischen denn physischen Erfahrungen, welche ein jungfräulicher Leutnant bis zu seinem ersten Besuch im Freudenhaus damit gemacht hat. Vage Bezüge auf die "Josefine Mutzenbacher"-Filme lassen sich erkennen, was jedoch nicht heißen soll, dass es hier zünftig zur Sache geht - ganz im Gegenteil.
Die tiefschürfende Geschichte dreht sich - wie schon angerissen - um den Militär-Leutnant Ferdinand Hutter (Peter Planer), welcher bis zu seinem Junggesellenabschied noch nie Sex gehabt hat. Er hält diese Praktiken für verdorben, da er schon frühzeitig Zeuge von einschlägigen Handlungen wurde, die er beim Besuch einer Dirne biografisch rekonstruiert. Das Beobachten seiner Eltern beim Fremdgehen, naive Aufklärungsversuche durch Jugendfreundin Peppi oder obskure Pseudo-Hexenkults mit nackten Frauen im Schloss sorgten dafür, dass Hutter nun Suizidgedanken hegt, um sich bei seiner Gemahlin in spe nicht zu blamieren.
Die knapp 80 Filmminuten hindurch werden dem bedauernswerten Zuschauer ungelenke Kopulationsversuche, zahlreiche zweideutige Anspielungen mit Sex-Metaphern und im doppelten Sinne platte Dialoge, welche sowohl ausgelutscht als auch in österreichischem Dialekt dargeboten werden, präsentiert. Dass "Auch Fummeln will gelernt sein" dabei die Freizügigkeit vergleichbarer Erotikfilme Anfang der 70er Jahre vermissen lässt, ist nur ein Indiz für das verkrampfte Ganze, was hier abgeliefert wird. Auch wenn auf der Rückseite der deutschen DVD der Film unter dem Genre Erotik-Komödie geführt wird, hat sich mir der Witz noch nicht wirklich offenbart. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass das Singen anstößiger Lieder (welches zuhauf vorkommt), vulgär-ordinäre Dialoge sowie überkonstruierter Situations-Klamauk (hier sei der Oberst im Schrank erwähnt) nicht wirklich lustig sind. Wenig zeigefreudige Aufnahmen holder, entblößter Weiblichkeit mit original 70er Jahre "Bärenfell" sorgen dafür, dass die banale, platte Story - oder besser: die Aneinanderreihung von versauten Zweideutigkeiten - sowie die scheinbar willkürliche Einblendung von Texttafeln mit Symbolen kryptischer Bedeutung in ihrer offensichtlichen Sinnfreiheit etwas kaschiert werden. Darüber, dass alle Schauspieler so hölzern und steif agieren, als wären sie zum Mitspielen in diesem schlüpfrigen Erotik-Filmchen gezwungen worden, sehe ich ja noch großzügig hinweg. Spätestens jedoch die idiotische Schlusspointe ("Weniger Pornografie und viel mehr Bumsen!") schlägt dem ohnehin schon morschen Fass den Boden aus.
Fazit: Einfallsloser 70er Jahre Erotikfilm, bei dem von den Dialogen, über die pseudo-historische, billige Kostümierung bis hin zu den ungelenken Erotikszenen einfach alles trashig ist. Gegen diesen peinlichen Erotik-meets-Klamauk-Langweiler in Österreichisch war selbst der "Schulmädchen-Report" erstklassiges und pädagogisch wertvolles Aufklärungskino. Schund erster Kajüte, bei dem die Sauereien letztendlich (leider) nur verbal stattfinden.