Aah, die guten alten Zeiten, als die Straßengangs von New York noch allesamt aus professionellen Tänzern rekrutiert wurden!
Steven Spielbergs WEST SIDE STORY ist natürlich ebenso unnötig wie Gus van Sants PSYCHO Remake, aber natürlich auch weit besser inszeniert. Fast möchte man sagen: zu gut.
Denn Spielberg ist schließlich Spielberg und gibt alles, um der ohnehin schon starken Inszenierung des Originals immer mal wieder noch eins draufzusetzen: noch dramatischere Schatten, noch interessantere Kamerawinkel, noch komplexere Choreografien und mindestens einen so cleveren Abspann wie den von Saul Bass.
Nicht nur formal, auch inhaltlich gibt es einige behutsame Anpassungen, so z. B. ändern sich teilweise Reihenfolge und Interpreten der Songs (und orientieren sich damit näher am Original Broadway Musical), Rita Moreno erhält eine neue Rolle, die Geschichte spielt vor dem Hintergrund der Gentrifizierung New Yorks, die Rollen sind alle ethnisch korrekt besetzt und eine Transperson spielt auch mit. Notwendig war das alles wie gesagt nicht, die Perfektion tut der Emotionalität des Films nicht immer gut und insbesondere die inflationären Lens Flares sind höchst aufdringlich.
Aber WEST SIDE STORY ist und bleibt ein Hit, die Songs allein auf der Leinwand zu erleben, verschafft ein ums andere Mal Gänsehaut und man möchte insbesondere in der ersten Hälfte ein ums andere Mal spontan applaudieren. Allerdings nicht Spielberg, sondern Bernstein und Sondheim.