Frank Dux (Jean-Claude Van Damme) reist nach Hong Kong, um an einer so genannten, mysteriösen "Vollkontakt"-Meisterschaft, dem Kumite, teilzunehmen. Doch bevor er sich auf den Weg macht, stattet er noch Familie Tanaka einen Besuch ab. Hier steht er geschätzte 20 Minuten das Inventar anstarrend auf einem Fleck und erinnert sich an sein hartes Training bei Mr. Tanaka, in dem er zur Kampfmaschine wurde und gelernt hat, blind Tee einzuschenken und übertriebenes Spagat zu vollführen. In Hong Kong freundet er sich mit dem Klischeeamerikaner Ray Jackson (Donald Gibb), der ebenfalls am Kumite teil nimmt, sowie der Journalistin Janice Kent (Leah Ayres) an, mit welcher Frank auch gleich noch eine Affäre beginnt. Er prügelt sich eifrig durchs Turnier, bis er dann am Ende dem Oberbösewicht Chong Li (Bolo Yeung) gegenübersteht. Zusätzlich gehen ihm zwischendurch noch zwei Agenten, die ihm aus den Staaten gefolgt sind, auf die Nerven, da diese Angst haben, Frank könnte beim Kumite etwas zustoßen. In seiner beruflichen Karriere als Soldat ist er nämlich zu wertvoll für sein Land. Klar. Also um die Handlung nochmal in einem Satz zusammenzufassen: Mann kämpft in Kampfsportturnier.
Bloodsport ist zu keiner Zeit langweilig. Nicht etwa, weil er so gut ist, sondern, ganz im Gegenteil, weil er meistens ziemlich schlecht ist. Hauptübeltäter ist das Drehbuch, welches in seiner stümperhaften Art irgendwie schon fast einzigartig ist. Neben der oben erwähnten, vielleicht dümmsten Rückblende, die man sich vorstellen kann, gibt es noch zahlreiche, weitere Szenen, bei denen man sich nur noch an den Kopf fassen kann. Erwähnenswert ist definitiv die Verfolgungsjagd durch Hong Kong, wenn man diese denn überhaupt so nennen darf. Frank Dux wird von den beiden vermeintlich professionellen Agenten durch Hong Kong verfolgt mit dem kleinen Detail, dass Frank die Verfolger zu keiner Zeit ernst nimmt. Wie soll es denn dann der Zuschauer ernst nehmen? Frank hält bei jeder Gelegenheit an, um die Agenten zu veralbern, was einem in plump aneinandergereihten Szenarien aufgetischt wird. Am Ende, als die Agenten über Boote stolpern, fallen sie schließlich ins Wasser. Selten so gelacht. Naja, weiter gehts im Text: Auch an anderen Stellen scheint einen die unfreiwillige Komik zu ersticken: Als Frank dann irgendwann in der total überstilisierten, dunklen Gasse, die zum Turnierstandort führt, von der Hong Konger Polizei und den amerikanischen Agenten gestellt wird und er sich trotzdem den Anweisungen widersetzt und gemächlich seine Schritte gen Kumite macht, kommen Stück für Stück kleine Polizisten von links und rechts aus den Häusern, um von Frank verdroschen zu werden. Was haben die in den Häusern zu suchen? Was hat sich der Drehbuchschreiber dabei gedacht? Vermutlich genauso wenig, wie beim Rest des Films.
Bloodsport ist bis zum Erbrechen gefüllt mit Klischees. Einige davon begründet der Film zugegebenermaßen, andere hingegen sind so platt, dass einem die Freudentränen kommen: Böse Buben kämpfen mit unfairen Mitteln, der beste Kumpel wird verdroschen und man muss ihn rächen, die neben Mrs. Tanaka einzige nennenswerte Frau im Film wird gepumpt, was eigentlich auch nur eine weitere Gelegheit für Van Damme darstellt, den glitzernden Muckikörper zu präsentieren und so weiter. Besonders berauschend sind die sinnfreien Dialoge, die tatsächlich beinahe nur Alibi-haft eingestreut wurden. Ein Beispiel verweist hier auch zufällig auf eine meiner Lieblingsschwächen im Film: Beinahe jede Person, die keinen US-Amerikaner darstellt, kommt mehr oder weniger schlecht weg bzw. offenbart ein peinliches Klischee. Als Frank z.B. seinen Begleiter durchs Kumite, einen nativen Hong Konger, kennenlernt spricht dieser Franks Nachnahmen erstmal falsch aus. Eine superbe Gelegenheit für den tollen Amerikaner, den kleinen Asiaten zu korrigieren. Sinnloseren Dialog findet man selten. Ansonsten sind zufälligerweise fast alle gezeigten Asiaten sogar noch kleiner als Van Damme. Die Krönung sind aber die Farbigen im Film: Zwei an der Zahl, wird der eine nur durch einen Auftritt gewürdigt, in dem er ganz cool von Van Damme besiegt wird und der andere bewegt sich auf allen Vieren(!) durch den Ring und rollt sich wild durch die Gegend. Wahrhaft animalisch und bereits jenseits der Grenze der politischen Unkorrektheit. Ist ja aber auch nur ein Film und so bescheuert, dass man nur drüber lachen kann.
Hat der Film neben seiner unfreiwilligen Komik sonst noch irgendetwas postives auf der 'haben'-Seite? Ja, denn das eigentliche Kumite, Dreh- und Angelpunkt des Films, versprüht durchaus Atmosphäre. Die verschiedenen Kampfstile sind abwechslungsreich, obgleich die Kämpfe nicht wirklich immer brillant choreographiert wurden. Man hat aber schon das Gefühl, dass es da durchaus zur Sache geht, gerade weil Oberbösewicht Chong Li keine Mätzchen macht.
Ton und Bild sind auch nicht beeindruckend, fügen sich aber dem Charme des Films. Und dass Van Damme kein Charakterdarsteller ist, hat sich ja bereits herumgesprochen. Dadurch passt er auch gut in den Film und immerhin: Neben seiner 'normal'- und 'ernst'-Mimik brilliert er hier auch noch durch die gekonnte Darstellungsweise von 'in-Gedanken-versunken' und Freude. In der Masse durchschnittlicher Darsteller fällt seine Leistung zumindest nicht negativ auf.
Insgesamt versteht sich Bloodsport also nicht nur als Subgenrebegünder sondern eigentlich noch viel mehr als unfreiwillige Persiflage auf das Subgenre. Somit bildet der Film mit seinem herausragend dummen Drehbuch, seinen zahlreichen Klischees und der doch irgendwie gelungenen Kampsportthematik einen must see - (Kopf) abschalten und genießen!