In Hongkong findet das sogenannte Kumite, ein Vollkontakt-, Kampfsport-Wettbewerb, statt. Der Amerikaner Frank Dux (Jean-Claude Van Damme) nimmt zu Ehren seines fernöstlichen Lehrmeisters teil... und gewinn am Ende natürlich, ist doch klar. Oder ist Van Damme schon jemals in einem seiner Filme als Loser heraus gegangen?
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie doof und hohl ich früher BLOODSPORT fand. So übertrieben heroisch. So vollgepumpt mit Testosteron, dass man den Schweiß förmlich von der Mattscheibe perlen sah. So voller männlichem Narzismus und Homoerotik. Naja, über letzteres lässt sich gewiss streiten. Egal. Auf jeden Fall hab ich BLOODSPORT seit langem mal wieder eine Chance gegeben und fand ihn auf Anhieb schweinegeil. Ob das nun mehr über mich, meine schrittweise Degeneration und mein Abstumpfen durch jahrzehntelangen TV-Konsum oder über den Film selbst verrät, sei einfach mal dahin gestellt.
Van Damme ist hier jedenfalls in Bestform, schön knackig, durchtrainiert und jugendlich (nicht schwul gemeint!), hat einen fiesen Scheitel und macht seinen berühmten Spagat bis zur Hodenzerrung. Er zertrümmert Ziegelsteine, die Schädel seiner Gegner, gibt einen lässigen Taschenspielertrick mit einer Münze zum Besten und macht ganz nebenbei eine scharfe, blonde Reporterin klar - BAM!
Einen dilletanischen Sidekick (Donald Gibb), neben dem Van Damme noch stärker und perfekter wirkt, gibt's freilich auch. Dieser säuft den ganzen Film über nur Dosenbier. Van Dammes Gegenspieler mimt Bolo Yeung (SHOOTFIGHTER, BORN HERO), welcher ganz doll mit den Brustmuskeln zucken kann. In einer Nebenrolle findet man Forest Whitaker (GHOST DOG, DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND). Er spielt einen trotteligen Regierungsbeauftragter, der Van Damme aus unerfindlichen Gründen aus Hongkong zurück in die Staaten holen will. Völlig überflüssig der Kerl.
BLOODSPORT liefert am laufenden Band blutige Fights, Wettkampf im K.O.-System, aggressives Sich-gegenseitig-blöd-Anmachen, Jean-Claude Van Damme und brutale Karate-Kickbox-Action in Zeitlupe. Das Blut spritzt, dass es nur so eine Wonne ist. Van Damme macht Saltos, Flickflacks, Rolle vorwärts, Hechtsprung, Karatekicks und vor allem Spagat. Er tritt und haut wie ein Weltmeister, voll in die Fresse und das Blut gleitet in Zeitlupe durch die Luft wie sanfter Morgentau. Van Damme gröhlt dann jedes Mal wie ein Orang-Utan oder ein Marktschreier mit Maulsperre, aber eben voll cool und männlich, einfach nur saugeil einfach.
BLOODSPORT gab Van Dammes Karriere einen ordentlichen Boost. Es war seine erste Hauptrolle und seine erste Rolle als "der Gute", nicht wie in KARATE TIGER der böse Ausländer.
Der Streifen war wegweisend für viele Prügel- und Karatefilme wie KARATE KID (stimmt nicht) oder KARATE TIGER (stimmt auch nicht), diente als Vorlage für sämtliche Beat-'em-Up-Videospiel, sei es Street Fighter, Mortal Kombat oder Mario Cart (mehr als nur fraglich) und beruht zudem noch auf wahren Begebenheiten (tatsächlich wahr).
"I Worked Hard Every Night And Day,
So I'm Prepared To Make My Way.
Mind And Body Are The Perfect Team,
Now's My Chance To Live My Dream."
(...)
"KUMITE! KUMITE!"
(Lyrics von "Fight To Survive", dem Titelsong von Stan Bush)
Spagat: (+)(+)(+)(+)(-)
Blutiger Ringboden: (+)(+)(+)(-)(-)
Van Helsing: (-)(-)(-)(-)(-)
Van Damme (+)(+)(+)(+)(+)
Fazit:
Der feuchte Traum jedes Kampfsport-Fans! Verständlich, dass Bushido ihn zu seinen Lieblingsfilmen zählt.