kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 19.08.2013
Prügelfilme glänzen abseits der Prügelverteilungszentren gerne mal mit erlesener Langeweile. Doch gerade abseits dessen ist "Bloodsports" ist eine Spaßbombe erster Klasse. Der Choreografien alleine wegen muss man sich so eine alte Morchel nicht mehr antun, da gibt es heute Spektakuläreres in Dutzendware; es ist vielmehr der grießige 80er Score, das schmuddelige C64-Beat-em-Up-Straßenflair, die bei diversen 70er-Schinken abgekupferte und deswegen so unfassbar vorhersehbare Chose von Drehbuch, die schnuckeligen Details wie der Videospielautomat mit "Inter Karate" (das ich als Balg selbst damals selbst noch gezockt habe) und vor allem Van Dammes Jugendlichkeit und offensichtliche Unerfahrenheit im Schauspielfach (und hier insbesondere in der Rolle des Sympathieträgers). Alleine die Szene, in der er mit blankem Arsch der Kamera den Rücken zugedreht hat und förmlich auf das "Action" wartet, bis er endlich seinen Slip hochzieht - göttlich, ganz zu schweigen von den unzähligen Gesichtsausdrücken der Verwunderung, Verärgerung, der Freude und des Entsetzens, die reihenweise Abfeierpotenzial besitzen. Dazu ein blutjunger Forest Whitaker in einem temporeichen, weil nicht allzu sehr ausgewalzten Subplot. Überhaupt ist "Bloodsport" vorbildlich, was das Pacing angeht, es wird relativ wenig Zeit mit uninteressanten Nebenschauplätzen verschwendet, die beispielsweise im Rip-Off "The Quest" mehr als unangenehm auffallen.
Zu Recht einer der repräsentativen Archetypen des Turnierfilms.
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