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Mit sehr langem Atem erzählt Oscarpreisträgerin Chloé Zhao (NOMADLAND) von den gottgleichen „Eternals“, die seit Jahrtausenden unter den Menschen weilen und nun dem Ende ihrer Mission entgegensehen.

Zweieinhalb Stunden dauert dieser ungewöhnlich esoterische Marvelfilm, fühlt sich aber an wie eine komplette Serienstaffel. Das liegt zum einen sicherlich an der epischen Geschichte, die hier ausgerollt wird und ein Ensemble von nicht weniger als zehn neuen Superwesen sowie quasi die gesamte Menschheitshistorie umspannt. Zum anderen liegt es aber auch am Erzähltempo.

Der Film nimmt sich Zeit für Details (man könnte auch sagen: Nichtigkeiten), für bedeutungsschweres Herumstehen in der Wüste, für ausgedehnte Liebesszenen (die hier leider ohne jegliche Chemie zwischen den Darstellern auskommen müssen), für Trauer um gefallene Helden („Eternal“ ist hier allein die gefühlte Laufzeit) oder auch eine Bollywood-Tanzszene.

Die Stärke des Films ist auf jeden Fall sein „Worldbuilding“: Die Hintergrundgeschichte, die eine schlüssige Erklärung für den wirklichen Sinn des Lebens auf der Erde sowie die Kriegstreiberei und Zerstörungswut des Menschen liefert, ist für einen Superheldenfilm beachtlich. Auch die Actionszenen sind rasant, das Creaturedesign gelungen, die an DOCTOR STRANGE erinnernden illustrativen Effekte schön anzusehen.

Die Schwäche des Films ist seine Neigung zu Klischee und Pathos, seine Humorlosigkeit (oder das, was er unter Humor versteht) und die fehlende echte Tiefencharakterisierung der Helden, die leider doch nur Figuren sind, die steife Dialoge aufsagen und dabei betroffen dreinblicken (oder mit den Augen rollen, wenn sie gerade einen CGI-Effekt produzieren).

Ein weiteres Marvel-Wagnis, nicht ganz misslungen, aber definitiv auf der Kippe zum Kitsch.

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