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Zwei maskierte Kunstdiebe, die es auf die wertvolle Gemälde-Sammlung ihrer Eltern abgesehen haben, brechen mitten in der Nacht in das Haus der kleinen Casey ein, töten die anwesende Babysitterin Sofia und jagen das junge Mädchen anschließend durch das geräumige Luxus-Anwesen. Das Kunsthändler-Ehepaar Daniel und Olivia ist derweil nach einem Masken-Ball zu beschwipst, um noch selbst Auto zu fahren und nimmt deshalb das Angebot der Catering-Angestelten Rose an, sich von ihr nach Hause kutschieren zu lassen... nicht ahnend, dass diese damit einen ganz eigenen Plan verfolgt... Nun ja, so kann man's auch machen: Wo ein "Hell Is Where the Home Is" gut vierzig Minuten seiner Laufzeit damit verplempert hat, seine Charaktere zu setzen und sowas wie einen richtigen Plot anzudeuten, bevor dann erst in der zweiten Hälfte die genre-typischen Brutalitäten auf einen niedergeprasselt sind, startet der 2021er-Thriller "Masquerade" nach einer knappen Situations-Beschreibung direkt in den Home Invasion-Part seiner Handlung und schmeisst einen damit quasi mitten rein ins Geschehen. Zwar könnte man nun davon ausgehen, dass Regisseur und Drehbuchautor Shane Dax Taylor mit seinem Film, im Gegensatz zu so manch anderem Vertreter seiner Gattung, ökonomischer mit der Zeit des Zuschauers umgeht, aber dem ist auch nicht wirklich so, denn irgendwie schafft er es doch, seinen Streifen mit Zwischen-Schnitten einer ziemlich öden Autofahrt regelrecht auszubremsen und während der Einbrecher-Action im Haus mit Wiederholungen und abgeguckten Szenen zu langweilen, weswegen einem schnell dämmert, dass ein dünnes Geschichtchen hier mit Gewalt auf abendfüllende Länge gedehnt wurde. Inszenatorisch hält einen die Chose darum auch nicht wirklich bei der Stange und die Spannung köchelt zudem auch eher auf Sparflamme, wobei man aber immerhin attestieren muss, dass sich "Masquerade" trotz einer soliden Grund-Härte nicht über Gebühr in gewaltätigen Exzessen suhlt... was man je nach eigenem Gusto nun positiv oder negativ werten kann. Wie man den Streifen letztendlich finden wird, hängt auch stark davon ab, ob man zum einen bereit ist, die wie immer hübsch zurechtgemachte und ziemlich niedliche Bella Thorne in 'nem toughen Bösewichter-Part zu akzeptieren, und zum anderen, ob man den Twist im dritten Akt kauft, der die Chose inhaltlich vollkommen auf den Kopf stellt... ich persönlich bin da ziemlich zwiegespalten, aber auch nicht motiviert genug, um mir "Masquerade" deswegen noch ein zweites Mal anzusehen, denn dazu isser unterm Strich doch einfach zu egal.

4/10

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