iHaveCNit: House Of Gucci (2021) – Ridley Scott - Universal
Deutscher Kinostart: 02.12.2021
gesehen am 02.12.2021 in Dolby Atmos
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 1 – Reihe 8, Platz 17 – 20:00 Uhr
Ridley Scott hat dieses Jahr zwei großartige Filme am Start gehabt. Nach der mittelalterlichen Geschichte über einen #metoo-Fall in „The Last Duel“ geht es in seinem zweiten Film um die reellen Ereignisse, die zum Mord an Maurizio Gucci geführt haben. Und „House Of Gucci“ hat mir wie auch bereits „The Last Duel“ richtig gut gefallen. Interessant, dass Scott in beiden Filmen Adam Driver als Hauptdarsteller besetzen konnte, der in beiden Filmen großartig ist. Aber auch der Rest wusste für mich zu überzeugen.
Ende der 70er trifft die junge Patrizia Reggiani auf den Jurastudenten Maurizio Gucci, der Teil der berühmten Gucci-Familie ist, deren Marke Gucci weltweit im Modesektor Prestige und Ansehen genießt. Die Beziehung und auch die daraus folgende Ehe der Beiden wird einen entscheidenden Einfluss auf die Zukunft des Modeimperiums der Familie Gucci haben.
Scott inszeniert den Film als ausgedehntes Epos, das an klassische Mafia-Filme erinnert, auch wenn wir es hier nicht mit einer Familie aus Mafiosi, sondern einem Familienimperium des Modesektors zu tun haben. Dabei wird die Geschichte über mehrere Jahre und Jahrzehnte und viele wichtige Stationen erzählt und verdichtet. Dabei waren für mich sowohl die Handlungsentwicklung, die Charakterentwicklungen als auch die Entwicklung der Beziehung zwischen der von Lady Gaga gespielten Patrizia Reggiani und dem von Adam Driver gespielten Maurizio Gucci immer stimmig und plausibel. Das Ensemble ist grundsätzlich großartig und liefert großartige Darstellungen ab. Neben Lady Gaga und Adam Driver ist das auch vor allem bei Jared Leto und Al Pacino der Fall. Ergänzt wird das Ensemble noch um Jeremy Irons, Salma Hayek, Jack Huston, Reeve Carney und auch Camille Cottin. Natürlich ist es klar, dass bei Filmen über reelle Ereignisse auch Kontroversen entstehen und die Darstellung der damals Beteiligten von heute noch lebenden Familienmitgliedern kritisiert wird – und es sogar soweit geht, dass eventuell rechtliche Schritte eingeleitet werden – aber das kann durchaus passieren und tut auch der letztendlichen Qualität des Films keinen Abbruch, diese aktuellen Kontroversen dahingehend sind auch sicherlich gute prozyklische Werbung für den Film. Der Film ist auch in seiner gesamten Optik durch seine Bilder, seinen Stil und vor allem wie es sich für einen Film einer Modedynastie gehört den ganzen Kostümen wie gemacht fürs Kino und die große Leinwand. Ergänzt wird das Ganze noch mit einem coolen Soundtrack, der die audiovisuelle Stimmung der späten 70er bis in die 90er hinein zum Leben erweckt.
„House Of Gucci“ - My First Look – 9/10 Punkte.