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Ridely Scotts „House of Gucci“ folgt, mit der oft gebrauchten Phrase „beruht auf einer wahren Geschichte“, der des jungen Maurizio Gucci, der aus dem Hintergrund auf die Bühne tritt, um die Geschicke des Familienunternehmens in die Zukunft zu lenken.

Adam Driver spielt diesen zurückhaltend, weitere Rollen werden verkörpert durch Lady Gaga, Al Pacino, Jeremy Irons und Jared Leto. Mit so einem Cast kann man schon was anfangen, man müsste ihn nur noch in eine interessant konstruierte Geschichte werfen. Dies wurde hier verpasst, die Ränkespiele und Intrigen ziehen sich, was der Laufzeit von über 2,5 Stunden nicht in die Karten spielt. Die Figuren erscheinen mitunter wie eine Karikatur oder ein überzogenes Puppentheater, sie wirken trotz oder vielleicht wegen des Gehabes nicht lebendig und so fällt das Mitfiebern schwer. Die reale Familie Gucci war mit dem Ergebnis auch alles andere als zufrieden, doch das nur am Rande.

Dabei ist die Ausstattung gelungen. Die Schauplätze und Interieurs sind ansprechend ausstaffiert, die Kostüme erwartungsgemäß ein Hingucker. Musikalisch gibt’s der Ära angepasste Hits. Insofern geriet das Werk ausreichend stimmungsvoll. Das reicht aber nicht für einen guten Film, der auch beliebig in der Zeit weiterspringt, ohne darüber zu informieren, wann man sich denn nun befindet.

Mit „House of Gucci“ hat Scott ein schön ausgestattetes und prominent besetztes, aber leider auch zähes Epos erschaffen, welches nicht vermag, die Beziehungen der Figuren zu einem spannenden oder berührenden Ganzen zu schneidern.

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