Tja, lang, lang ist es her. Als Hong Kong Superstar Jackie Chan mit seiner Filmkarriere begann, waren seine Material-Arts-Filme noch mitunter sehr hart und blutig. Durch seine idealen Kampfkünste fürs Hollywood-Kino entdeckt, erledigt er aber heutzutage seine Arbeit größtenteils fürs bunte Mainstream-Kino und nur noch selten, eigentlich eher gar nicht, kommen seine Filme ohne Klamauk noch aus. Das wäre zwar eigentlich nicht so drastisch schlimm, wenn die meisten der Streifen nicht darin ertrinken würden. Nach dem durchschnittlichen "Tuxedo" und noch vor dem ebenfalls durchschnittlichen "In 80 Tagen um die Welt", gab er mit "Das Medaillon", den absoluten Tiefpunkt seiner Hollywood-Karriere Preis. Denn hier gefallen maximal Chans Fights, sonst nichts!
"Das Medaillon" ist eine lustlose und vollkommen humorfreie Fantasy-Komödie, ohne jeglichen Charme. Die Story um ein Medaillon, welches Tote wieder zum Leben erwecken kann, um sie unsterblich zu machen, ist kindisch, undurchdacht und mit allerhand hanebüchenen Blödsinn nur so vollgestopft. Ja eigentlich passt so eine Geschichte eher in den nächsten Kinderfilm, als in irgend eine Actionkomödie. Man fühlt sich als Zuschauer eigentlich regelrecht verarscht, weil man doch eigentlich auf Action alla Jackie Chan wartet und damit auch wenigstens eine etwas reifere Geschichte erwartet. Zwar war schon "Tuxedo" relativ klamaukig und mit allerlei Fantasyaspekten vollgestopft, doch so wirklich kindisch war es dann irgendwie trotzdem nicht. Doch die Geschichte und das Drehbuch zu "Das Medaillon", sind einfach nur infantiler Blödsinn!
Nun gut! Nachdem man es als Zuschauer, nach einiger Zeit, geschafft hat, die Story zu ignorieren, erwartet man wenigstens einige gute Gags und knackige Action. Doch auch hier gibt es nur wenig zu bieten. Die Jokes sind über weite Sicht hinweg meist einfach nur unlustig und triefen nur so vor Klamauk. Allen voran ist da der nervige Charakter Watson genannt, der von einem Fettnäpfchen in das Nächste tritt und trotzdem nie wirklich komisch ist. Dazu einige seelenlose Actionszenen, den es wirklich in jeder Hinsicht an dem Können mangelt, dem Zuschauer Unterhaltung zu bieten. Meist sind die Ballerszenen einfach nur öde und allesamt so ausgefallen, wie es sie schon X-Mal in X anderen Filmen gab. Schnarch!
Einzig und allein die Fight-Szenen von Jackie Chan selbst, können wieder gefallen. Wenn sich der kleine Asiate, in Windeseile, gegen zick Gegner zur Wehr setzt und dabei zu 100% auf seine Kampfkünste und die Geschwindigkeit setzt, dann macht das Zuschauen, für einen kurzen Moment, wirklich Laune. Leider aber sind diese Szenen nur mehr als selten vorhanden. Größtenteils wird doch eher aufs Ballern gesetzt. Schade!
Was die Darsteller angeht wird, bis auch Chan, auch nur maximal Mittelmaß geboten. Lee Evans, als dusseliger Cop namens Watson, besitzt leider keinerlei komödiantisches Talent, um so einen verschusselten Charakter lustig in Szene zu setzen. Sein Gehampel wirkt mehr als nur überzogen und kann nicht wirklich gefallen. Claire Forlani ist da schon ne ganze Ecke besser, hat aber auch hier und da mit einigen Kanten, in ihrem Spiel, zu kämpfen. Nur Chan kann mal wieder vollauf überzeugen und rettet den Film vorm Bodensatz. Sowohl sein Kampf- als auch sein Comedytalent sind unübersehbar! Wenigstens etwas!
Fazit: Größtenteils recht unterhaltungsarmer Action-Fantasy-Klamauk, dem es vollkommen an einer guten Story fehlt und dafür mit ödesten Gags und einem lahmen Action-Mischmasch zu unterhalten versucht. Nur klappt das ganze höchstens immer dann, wenn Chan sein Können unter Beweis stellt. Doch dafür hat er hier leider viel zu selten eine Chance, da auch er mit dem wirren Skript zu kämpfen hat. Somit bleibt es dann doch nur ein, größtenteils, recht ungenießbarer, aber 100% typischer, Hollywood-Klamauk übrig, auf den man ruhig verzichten darf!
Wertung: 3/10 Punkte