Review
von Kiste
Nachdem er während der Ausübung seines Jobs getötet wurde, bemerkt ein chinesischer Polizeibeamter bald, dass er unglaublicherweise noch lebendig ist und jetzt übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Doch er muss noch lernen, wie man sie benutzt, als er bald darauf zum Kampf gegen das Böse herausgefordert wird.
Das Medaillon ist einer der eher schwächeren Jackie Chan Filme und liest sich wie ein Potpourri aus Rush Hour und der Suche nach dem goldenen Kind. Selbst die Stunts sind nur noch teilweise handgemacht, oft müssen der Computer oder ein paar Kabel nachhelfen um seine gewonnenen übernatürlichen Kräfte auf die Leinwand zu pinnen. Die Story ist wie bei vielen der neueren Filme wieder eine East meets West Geschichte, bei der sich die Ermittler aus unterschiedlichen Kulturkreisen erst zusammenraufen müssen um dann den bösen Oberkäse gemeinsam zu Fall zu bringen. Was bei Rush Hour oder Shanghai Noon noch gut funktioniert hat, geht hier aber leider völlig in die Binsen, Chans Interpolpartner ist als reiner Kasperle Charakter konzipiert, der mit seiner Benny Hill Performance alles andere als komisch, sondern meist nur nervig, rüberkommt. Probleme haben da aber noch ganz andere der Darsteller. John Rhys Davies ist mal wieder völlig verschwendet, die Rolle hätte auch ein Kleiderständer spielen können, Claire Forlani stellt eigentlich ein mimisches Vakuum auf Beinen dar, Julian Sands darf mal wieder den Bösen raushängen lassen, spielt aber auch nur auf Sparflamme und ist mit seiner bescheidenen Kampfkunst im Finale gegen Chan himself völlig auf verlorenem Posten. Bleibt eigentlich mal wieder alles am guten Jackie hängen, der macht seine Sache gewohnt ordentlich und ist mit seinen damals 49 Jahren gelenkig wie eh und je und spielt die Rolle mit seinem Standard Grinsen und seiner humorigen Grundeinstellung wieder absolut likable. Stellenweise wirds zwar etwas arg rührselig, dafür bietet der Film reichlich Action, mehr als eine Vieterlstunde an Leerlauf gibt es nicht, besonders zu Beginn gehts rasant zu mit spektakulären Szenen auf einem Containerschiff und einem amüsanten Showdown, der zwar abrupt endet und einen eher schwachen Endgegner hat, trotzdem aber temporeich inszeniert wurde.
Ein wenig schade fand ich dafür, das die Kampfkunst ein wenig zu kurz kam. Hat man mit Sammo Hung doch eigentlich DEN Experten schlechthin an Bord, gibt es doch kaum Mann gegen Mann Fights, die dann auch noch ausnehmend kurz ausfallen. Trotzdem kann man sich den Film natürlich anschauen, keine Frage, aber Jackie hat schon wesentlich lustigere und spannendere Werke abgeliefert
6/10