Man sollte am besten schon einige Bücher von Elmore Leonard gelesen und für gut befunden haben, ehe man sich an „Hawaii Crime Story“ wagt. Ansonsten dürfte man wohl wenig anfangen können, mit dieser Mischung aus lakonischem Humor, skurrilen Typen und einer teils schon fast klassischen Crime Story in Verbindung mit dem Leonard typischen Wendungen und Kniffen.
Leonard, der die literarischen Vorlagen zu Filmen wie „Get Shorty“, „Out of Sight“ und auch „Jackie Brown“ geliefert hat, entwirft auch in „The big bounce“ ein Verwirrspiel wie man es schöner und verzwickter wahrlich kaum gestalten kann. Hier bescheißt wirklich jeder jeden und jeder denkt bis zum Ende er habe die Trümpfe in der Hand, vom Baumogul, über den Richter, bis hin zum Handlanger und den Cops. Zwischen all diesen steht Jack Ryan, Sonnyboy, Tagelöhner und irgendwie recht zufrieden mit seinem Leben irgendwo zwischen Party, Mädels und gelegentlichen krummen Dingern. Es hat ihn nach Hawaii verschlagen und hier gerät er zwischen alle Fronten, da ist die Geliebte des Bosses noch das geringste Problem.
Der Film legt kein großes Tempo vor, lässt sich immer wieder viel Zeit, verliert sich auch schon mal in den Dialogen, sprüht dabei aber immer vor Humor und der puren Spielfreude der wahrlich beachtlichen Darstellerriege. Der Humor ist dabei natürlich kein Vertreter des Fäkalgenres sondern gepflegter Wortwitz, gelungene Situationskomik und funktioniert letztlich insbesondere durch die nun wahrlich nicht alltäglichen Charaktere.
Wer sich also schon mit den bereits aufgezählten Filmen schwer getan hat, dürfte auch hier wenig Freude haben. Wer sich aber, wie auch ich, bei „Get Short“ und „Out of Sight“ mehr amüsiert hat als bei sämtlichen Teenie-komödien der letzten Jahre kann sich sicher sein auch hier den richtigen Film erwischt zu haben.
Dazu trägt natürlich nicht zu letzt die wirklich großartige Besetzung bei. Morgan Freeman, Owen Wilson, Charlie Sheen, Vinnie Jones, Gary Sinesi, Sarah Foster, Willi Nelson und Harry Dean Stanton versprechen eine gelungen Mischung aus reichlich Erfahrung und sprühen dabei doch nur so vor Spielwitz.
Zwar verliert sich der Film teilweise etwas in seiner Geschichte, wirkt teilweise etwas zu lang, aber letztlich ist es eben doch ein wirklich großes Vergnügen, dass Regisseur George Armitage hier auf den Zuschauer loslässt. Und wer dachte das die Wendungen in „Wild Things“ schon das Ende der Fahnenstange waren, sollte hier mal eine Blick riskieren.
Ich hatte meinen Spaß und gebe daher voreingenommene 7 von 10 Punkte. Aber ich halte ja auch „Jackie Brown“ für Tarantinos besten Film.