Wäre DeVito nicht für die aus dem Zug geschmissene Mami und den mit Rosen geführten Krieg verantwortlich, hätte er mit Ben Stiller und Drew Barrymore nicht zwei absolute Sympathieträger in den Hauptrollen parat und würde die Geschichte eines Paares, das sich mit einer toughen Omi bekriegt, nicht prinzipiell sehr lustig sein, jaaaaa dann, dann wäre ich hier gnädiger gewesen.
So aber darf ich mich nur über eine Ansammlung verschwendeten Talents ärgern, dass es nur so von der Decke tropft. Wo genau der Film fehlschlägt, ist gar nicht so leicht festzustellen. War es die sich dahinschleppende Dramaturgie? Das Ausbleiben wirklicher Knaller-Witze? Der irgendwie-doch-nicht-so-schwarze Humor? Immer, wenn der Film in die Vollen gehen könnte, muss man die Protagonisten etwas unglaublich Dämliches anstellen sehen, was wieder einen Besuch eines Polizisten nach sich zieht, der in wirklich jeder Hinsicht seine Kompetenzen überschreitet. Er erlaubt sich alles, er ahnt alles, er ist zuständig für alles. Das ist dann auch nicht lustig, selbst im Hinblick auf den Schlussgag nicht, den ich hier mit Rücksicht auf Leute, die sich doch noch von diesem Film langweilen lassen wollen, verschweige. Und an diesem Polizisten kann man auch sehr schön das Grundproblem des Films ablesen: Da, wo es spontan und fies zugehen sollte, wird es lahm und konstruiert. Die Anschläge unseres Pärchens auf die Alte halten sich entweder sehr in Grenzen oder sind jenseits von Gut und Böse (Supergrippe!). Ein gewisser "so-hätte-ich-es-auch-probiert"-Effekt kann sich hier nicht einstellen, man ist nie imstande, die Handlungen der Beteiligten nachzuvollziehen. Wie gesagt, konstruiert. Mehr, als eine Komödie vertragen kann. Und da es auch auf der nichtschwarzen Humorebene selten zu Ausschlägen kommt, fällt der Film glatt ein paar Etagen tiefer.
Nur, um kurz vor dem Aufprall im Kellergeschoss von unseren drei Hauptcharakteren aufgefangen zu werden. Ben Stiller darf hier in einigen Szenen wirklich glänzen, allein sein Blick in der Apotheke, als ein hereinkommender Kunde uns Oma beim Medikamentenzählen irritiert, ist Gold wert. Gleiches gilt für Drew Barrymore, die so schnell von verliebter Ehefrau auf hasserfülltes Biest umschaltet, dass man meint, sie krame gleich den Feuerteufel wieder hervor. Und Eileen Essel als das Böse schlechthin wünscht man auch, sie hätte diese Rolle an einer anderen Geschichte abarbeiten können, denn sie ist wirklich gut.
Tja, DeVito zeigt nun schon zum zweiten Mal nach TÖTET SMOOCHY, dass er Schauspielern gern ihre Freiräume lässt (welch Wunder), dafür aber die Dramaturgie großzügig hinterher schleift. Superschlecht ist dieser Film nicht, aber mehr zu erwarten ist hier nur recht und billig. Dieser Film hätte verdammt lustig werden können. Wenn ich es mir jetzt einfach machen würde, müsste ich sagen, für jeden der drei Hauptdarsteller verdient dieser Film einen Punkt. Und ich mache es mir einfach. 3 von 10.