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Danny DeVito ist nicht nur ein begnadeter Schauspieler, er ist auch ein ziemlich guter Regisseur. Das zumindest hat er uns nach solchen Klassestreifen wie „Der Rosenkrieg“ und „Schmeiss die Mama aus dem Zug“ glauben lassen… um Jahre später mit „Der Appartement Schreck“ schon fast wieder das Gegenteil zu beweisen.

Nancy (Drew Barrymore) und Alex (Ben Stiller) haben sich endlich ein schmuckes Eigenheim in New York zugelegt. Alles scheint traumhaft, wenn da nicht die Untermieterin, die alte Mrs. Connelly (Eileen Essel) wäre: Zum Zeitpunkt des Wohnungskaufs sah noch alles danach aus, dass die alte Dame nicht mehr lange zu leben hat, weshalb sich das junge Paar dazu entschlossen hat, die Untermieterin noch eine Zeit lang zu dulden. Doch nun erfreut sich Mrs. Connelly wieder bester Gesundheit und entpuppt sich als wahre Tyrannin, die Nancy und Alex das Leben so richtig schwer macht. Doch wie sollen die beiden die Alte nun trotz Mieterschutz los werden…?

Bei den Grundvoraussetzungen, die für „Duplex“ geschaffen wurden, blieb mir einfach nichts anderes übrig als mit einer prinzipiell hohen Erwartungshaltung an die ganze Sache heranzugehen: DeVito hat – wie gesagt – bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er was vom Regie-Handwerk versteht, die Story klingt auch interessant genug für eine nette Mainstream-Comedy und mit Ben Stiller und Drew Barrymore sind in den Hauptrollen zwei Darsteller zu sehen, die eigentlich schon immer durch ihr sympathisches Auftreten und ein nicht abstreitbares komödiantisches Timing überzeugen konnten.

Was soll da noch schief gehen?

Leider fast alles, das mich zuvor so hat hoffen lassen: Die Story entpuppt sich als müder Abklatsch von „Schmeiss die Mama aus dem Zug“, gemixt mit ein bisschen Romance und gelegentlichem Fäkalhumor. Wirkliche humoristische Spitzen gibt es nur äusserst selten zu verzeichnen und wenn, dann ist der liebenswert gehässigen Eileen Essel daran der Hauptverdienst zuzuschreiben. Ben Stiller und Drew Barrymore können zwar – wie so oft – auf der Sympathie-Skala ordentlich punkten, aber weitestgehend bleiben die beiden jungen Hauptdarsteller in ihren Rollen blass. Das ist wohl in erster Linie dem allenfalls mittelmäßigen Drehbuch zu „verdanken“, das sich weder durch geschickte Dramaturgie und Charakterentwicklung noch durch ausgefeilten Witz auszeichnet.

„Der Appartement Schreck“ hätte eine richtig gute Komödie werden können, hätte DeVito etwas mehr Wert auf eine ausgewogene und witzige Storyline gelegt. Es reicht einfach nicht, mit Barrymore und Stiller zwei Sympathieträger Hollywoods zu besetzen und dann darauf zu hoffen, dass alles gut wird… Wollen wir nur hoffen, dass Danny DeVito aus „Duplex“ seine Schlüsse gezogen hat, denn hier reicht es ganz sicher nicht für eine geräumige Wohnung mit wundervollem Ausblick im oberen Stockwerk des Comedy-Genres, sondern allenfalls für ein karges Kellerzimmerchen mit Blick auf den Hinterhof. Für einen gemütlichen DVD-Nachmittag am verregneten Sonntag Nachmittag sicherlich noch gerade so zu gebrauchen, aber ganz sicher keine uneingeschränkte Empfehlung… 3,5/10

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