Es herrscht eine Pandemie mit einem grippeähnlichen Virus, vor dem die Wissenschaft warnt, dass es noch weiter mutieren kann und niemand sagen kann, was dann passiert. Viele nehmen es nicht ernst und verharmlosen die Lage sogar... Klingt bekannt und erinnert sogar an die derzeitige Lage? Richtig... Aber glücklicherweise nur bis hierher. Denn die aktuelle Mutation des sogannten "Alvin-Virus" wirkt, dass die Bereiche im Gehirn für Aggression und Sexualtrieb enorm stimuliert werden, Moral und Empathie dagegen komplett ausgeschaltet werden. Was dann passiert kann man sich ja denken wenn es in einer Großstadt, wie hier dargestellt in Taipeh, zuschlägt.
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Dass die Asiaten schon eine härtere Gangart einlegen können, haben sie ja schon zig mal bewiesen. So auch in diesem Zombiefilm, der gar kein gewöhnlicher seines Genres ist. Denn er wirkt eher wie eine Mischung aus 28 DAYS LATER und THE CRAZIES. Die "Zombies" sind nämlich keine schlurfenden Kadaver sondern gewalttätige Verrückte, die sprichwörtlich wie die Irren herumrennen und sogar noch den einen oder anderen perversen Spruch auf den Lippen haben bevor es dann zur Sache geht.
Von der Erzählstruktur, dem Schnitt und der ganzen Machart her wirkt er ziemlich westlich/amerikanisch. Optisch kann der Film definitiv Punkten da er sehr professionell rüber kommt und top gemacht ist. Er wirkt an keiner Stelle billig oder trashig.
Was ich allerdings stark vermisst habe, ist eine apokalyptische(re) Stimmung. In den Medien im Film von zigmillionen Infizierten in kürzester Zeit berichtet, auftauchen tun die Geisteskranken aber nur in kleinen, überschaubaren Grüppchen. Und auch das Militär lässt sich im Grunde gar nicht blicken. In der Hinsicht legt er also keinen drauf und bleibt ziemlich auf dem Boden, was man vom Gewaltgrad nicht gerade sagen kann.
Was den Goregehalt angeht war ich erstaunt: Zwar passieren viele exzessive Szenen im Off oder werden letztlich nur angedeutet aber man bekommt trotzdem enorm viel (Film-)Blut zu Gesicht und das gleich hektoliterweise. Ich dachte mir nicht nur einmal: "krass, das zeigen die jetzt echt wirklich?!". Wer Splatter mag, für den ist der Film ein Fest. Zartbesaitete machen da lieber einen großen Bogen herum... oder nehmen alternativ die Kotztüte mit ins Kino :-)
Hart & krass kommt das ganze aber auch noch rüber da der Film eine ziemlich finstere Stimmung bietet und so gut wie kein Fünkchen Humor hat. Wo BRAINDEAD noch zum lachen war, ist THE SADNESS doch eher der Schocker.
Alles in allem ein Highlight, was sich echt lohnt.
Mein erster Kinofilm '22 und gleich ein Wow-Effekt. Nicht perfekt.... Aber mal ehrlich, welcher Zombiefilm nach DAWN OF THE DEAD (1978) war das schon? ;-)
Wer starke Nerven und einen ebenso starken Magen hat, kommt an dem Streifen nicht vorbei!
8 von 10 Punkten