Review
von ansuz99
Meine Erwartungen an den Film tendierten gegen Null, reine Neugier angesichts der medialen Hypemaschinerie trieb mich an, mir THE SADNESS anzuschauen. Mein zugegebener Maßen scheinheiliges Alibi: Wer sich nun schon über mittlerweile Jahrzehnte mit den verschiedensten Ausprägungen transgressiver Filmkunst beschäftigt, der sollte vielleicht auch mal auf THE SADNESS einen Blick werfen. Schön blöd.
Und wie fällt nun mein Fazit aus? Ehrlich gesagt: ziemlich emotionslos. Was da erzählt wird ist vollkommen altbacken und uninteressant, die technische Umsetzung ist allerdings solide und die zum Teil derb sexualisierten Gewaltszenen, von denen es ja bekanntlich nur so wimmelt, sind in der Tat drastisch, aber dann auch wieder nicht so drastisch, als dass sie ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Genregrößen darstellten, wie mancherorts ja marktschreierisch verbreitet wurde. Dass die Infizierten zu sadistischen (und mitunter auch masochistischen) Triebtätern mutieren, ist vielleicht in dieser Konsequenz (aber auch Grobschlächtigkeit) neu und wem Blut, Kotze und Sperma als Schauwert reichen, dem sei viel Spaß mit diesem Film gegönnt.
Ich persönlich musste mir wieder einmal eingestehen, dass ich wohl zu alt für diese Art von Film bin und dass mich reine Gore-Kaskaden ohne jedweden psychologischen Tiefgang einfach nicht mehr mitnehmen, mir einfach nicht mehr das Gefühl vermitteln, hier gerade einen mitreißenden, guten, geschweige denn herausragenden Film gesehen zu haben. Das Ganze taugt nicht einmal als grenzwandlerische "Unterhaltung" wie im guten alten Grand Guignol: Dafür sind die Figuren viel zu flach und stereotyp gezeichnet. Ihr Schicksal berührt nicht innerhalb des banalen Handlungsgerüstes und dementsprechend konsumiert man auch die banalen Gewaltexzesse, ohne dass sie mitzureißen, zu schocken oder gar zu erschüttern vermögen.
Dennoch wird THE SADNESS zweifellos sein Publikum finden als das, was er in meinen Augen ist:
Ein letztlich vollkommen belangloser Film für Gore-Bauern.
3/10