Spezialeinheit der Herzen
Auch wenn es blöd klingt über einen nichtmal zwei Jahrzehnte „alten“ Film - aber heutzutage würde man sich manchmal einen großspurigen, dummen und geradlinigen Mainstreamactioner mit Starbesetzung wie „S.W.A.T.“ wünschen… In dem typischen 00er-Actionthriller folgen wir einer der titelgebenden Spezialeinheiten, die zusammengewürfelt aus ein paar „Abtrünnigen“ der Polizei einen massiven Drogenboss zur Strecke bringen will…
Im Fahrwasser von „Training Day“ und „Bad Boys (II)“ und anderen „heißen“ MTV-nahen Actionvehikeln kommt „S.W.A.T.“ all guns blazin' auf die Party. Die serielle Vorlage aus den 70ern kenne ich nicht, aber das hier war so ein typischer „CD-Mappenfilm“ seiner Zeit. Jungs, ihr wisst was ich meine! Farrell war hier in seiner hottesten Phase. Tiefgang darf man an keiner Ecke erwarten. Dafür rumpelt und rüttelt's schön am und im Karton. Die Schnitte sind schnell, die Charaktere flach, die Story kann nichts und geht dennoch selbstbewusst nur nach vorne. Samuel L. Jackson darf einige coole Einzeiler um sich schmeißen. Testosteron liegt durchgängig in der Luft. Gefühlt selbst von Michelle Rodriguez. Etwas gehetzt, der Bösewicht bleibt blass, etwas vollgestopft mit Knalleffekten und Nichts, nie realistisch aber auch nie gänzlich comichaft. Immer irgendwo zwischen den Stühlen. Langweilig wurd's mir aber nie. Und wie gesagt, heutzutage bekommt kein reiner Actionfilm mehr dieses Budget, diese Namen, diese Direktheit ab. Wenn man nicht „John Wick“ heißt.
Fazit: Im Grunde damals etwas öder und generischer, aus heutiger Sicht aber fast schon handfester und solider Actioner… They don't make 'em like this anymore?! Ja, selbst über sowas wie „S.W.A.T.“ kann man das heutzutage locker und traurig behaupten. Ohne dieses stylische und starbesetzte Hohlgeschoss gefährlicher darzustellen als es ist.