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Ben Affleck spielt einen allein erziehenden Vater, dessen Frau, Jennifer Lopez, bei der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter starb. Dann verliert er auch noch seinen Job und muss wieder zu seinem Vater ziehen und als Arbeiter über die Runden kommen. Doch dann lernt er die Videotheken-Mitarbeiterin Liv Tyler kennen, in die er sich verliebt und scheint sogar durch seinen alten Kollegen Jason Biggs seinen Job als Manager wieder zu bekommen.

Die Story ist für eine Komödie ordentlich. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Afflecks kleiner Tochter erzählt, was den gesamten Film wesentlich liebenswerter wirken lässt. Die Story ist zwar flach und die Ereignisse sind im Großen und Ganzen unspektakulär und banal, aber durch den tollen Erzählstil können sie interessant umgesetzt werden. Dabei wird der Film leider zum Ende hin klischeehafter und damit langweiliger, man hätte die Story besser ohne die typischen Genre-Klischees verfilmt. Vor allem das Ende, so emotional und herzzerreißend es auch sein mag, ist einfach zu klischeehaft und vorhersehbar konstruiert. Die gesamte Charakterkonstruktion ist natürlich sehr flach, da das Hauptaugenmerk eher auf der Liebenswürdigkeit der Charaktere, als auf ihrer Tiefe liegt. Die Dialoge sind frech und lustig, vor allem dies ist das große Plus des Films. Alles in allem ist die Story solide.

Der Film läuft relativ schnell an und kann durch den frühen Tod von Afflecks Frau schnell zünden. Im Mittelteil kann der Film durch die lustigen Dialoge und die emotionale Erzählweise wirklich gut unterhalten, wobei er durch die hohe Vorhersehbarkeit leider nicht wirklich spannend wird. Zum Ende hin beginnt "Jersey Girl" dann leider in den Gefühlskitsch abzurutschen, bevor er dann relativ unspektakulär durch das bereits vorherzusehende Happy-End beendet wird. Der große Vorteil dieses, alles in allem ziemlich unterhaltsamen Films ist, dass er alle Menschen aller Altersklassen gleichermaßen unterhalten kann und sich nicht wie die üblichen Teenie-Komödien auf eine bestimmte Altersgruppe beschränkt.

Regisseur Kevin Smith, der diesen Film seinem verstorbenen Vater widmete, leistet bei der Umsetzung gute Arbeit. Neben seinen typischen Dialogwitzen gelingt ihm eine sehr liebevolle und emotionale Umsetzung dieser Feel-Good-Komödie. Die Filmmusik ist sehr gut gewählt und kann sowohl die lustigen, als auch die traurigen Momente des Films hervorragend unterlegen. Gut ist auch, dass Smith nicht nur auf ruhige und melancholische Klänge setzt und stattdessen auch andere Musik spielt. So wird in der Abschlussszene beispielsweise auf einem Schulkonzert "Sweeny Todd" gespielt und gesungen. Auch beim Erzähltempo leistet Smith gute Arbeit und lässt die Geschehnisse genau in der richtigen Reihenfolge ablaufen, ohne, dass der Film langweilig wird, oder gehetzt wirkt. Nach "Dogma" und "Clerks" liefert er einmal mehr eine Komödie ab, stellte aber mit "Dardevil" und "Stirb langsam 4.0" ebenfalls unter Beweis, dass er auch düstere und spannende Film gut umsetzen kann. Dies ist bereits seine 6. Arbeit mit Ben Affleck.

Ben Affleck leistet solide Arbeit. Während seine Mimik einmal mehr ein wenig zu wünschen übrig lässt, wirkt er sehr freundlich, sympathisch und liebenswert, womit er gut in die Rolle passt. Liv Tyler ist ebenfalls sehr sympathisch und liefert nach der "Der Herr der Ringe Trilogie" erneut eine gute Leistung ab. Sie spielt eine sehr offene Videotheken-Mitarbeiterin. Jennifer Lopez` Part fällt durch den frühen Tod ihrer Figur entsprechend kurz aus, wobei sie bis zu diesem Zeitpunkt gute Arbeit leisten kann. Raquel Castro spielt die Rolle als Afflecks Tochter wirklich hervorragend und das obwohl sie zum Zeitpunkt des Drehs gerade einmal 10 Jahre alt war. Sie ist sehr offen, frech, liebenswert, lustig und bezaubernd, ohne ihre Leistung wäre der Film um einiges schlechter geworden. Matt Damon und Will Smith haben Gastauftritte und Jason Biggs (American Pie) ist in einer Nebenrolle zu sehen. Alles in allem Leistet der Cast gute Arbeit.

Fazit:
"Jersey Girl" ist ordentliches "Feel-Good-Movie" für die ganze Familie. Dass, was der Film durch seine schwache und klischeehafte Story verbaut, kann er durch die liebevolle Umsetzung und die guten Darsteller wieder wett machen. Vor allem die lustigen Dialoge und der hervorragende Erzählstil heben diesen Film ins obere Mittelmaß. Leider kann er durch die hohe Vorhersehbarkeit keine richtige Spannung aufbauen. "Jersey Girl" ist als Familienfilm sehr empfehlenswert.

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