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Von namhaften Darstellern wie Nicholas Cage oder Bruce Willis war man es weit vor der Pandemie gewohnt, sie gelegentlich in billigen Genrevertretern anzutreffen. Doch seit jener globalen Gesundheitskrise geben sich offenbar einige Mimen mit eher kleinen Projekten zufrieden, bevor ihnen daheim quasi die Decke auf den Kopf fliegt. John Malkovich und Jonathan Rhys Meyers scheinen zu solchen zu zählen.

Die Covid-19-Delta Pandemie hat die Welt an den Abgrund gedrängt. Seit Wochen befindet sich Sarah (Ruby Modine) auf der Flucht vor dem Team von Aaron (Malkovich), weil sie komplett immun gegen das Virus sein soll. Sie kommt auf der abgelegenen Farm des FBI-Mannes Ben (Rhys Meyers) unter, der ansonsten keine Fremden auf seinem Hof duldet…

Ein fiktives Virus wäre wahrscheinlich besser gewesen, um das Ende der Menschheit glaubhaft einzuläuten, denn so hat man es mit einer alternativen, noch pessimistischeren Realität zu tun, bei der irgendwann am Rande eines Todeszahl von über 8 Millionen Opfern erwähnt wird. Allerdings umgeben von härteren Rahmenbedingungen wie einen atomaren Supergau und flächendeckenden Plünderungen. Von all dem sieht man jedoch recht wenig, da die Produktion eher minimalistisch ausfällt und sich weitgehend auf das Treiben rund um die Farm konzentriert.

Folgerichtig läuft die Chose auf Home Invasion hinaus, bei der die zahlreichen Flashbacks einer problematischen Vater-Sohn-Beziehung jedesmal den Schwung herausnehmen, zumal diesen weder eine Pointe folgt, noch die Figurenzeichnungen sonderlich tiefgründig erscheinen lassen. Aber auch die Action lässt einige Zeit auf sich warten und generiert nur wenige spannende Einlagen.

Dass die Angreifer häufig irrational vorgehen, - geschenkt. Doch der kollektiv mangelnde Elan wirkt sich leider auf die allgemeine Dynamik des Geschehens aus, bei dem sich häufig zu wenig ereignet. Selbst die Tatsache der kaum vorhandenen Munition wird kaum genutzt und entsprechend fallen kurze Keilereien zwar angemessen wuchtig, aber eben kaum mitreißend aus. Zudem ist eine gewisse Vorhersehbarkeit nicht von der Hand zu weisen, selbst ein kleiner Twist ist weit im Vorfeld absehbar und das Szenario des Showdowns zeichnet sich überdies bereits nach wenigen Minuten ab.

Neben dem auffallend zurückhaltenden Einsatz an Gewalteinlagen und dem überhaupt nicht markant erscheinenden Score fällt die unsichere Handkamera einige Male negativ auf. Darstellerisch ist hingegen wenig anzukreiden, obgleich Malkovich kaum gefordert wird und im Mittelteil längere Zeit abtaucht, wogegen Rhys Meyers insgesamt solide performt, in einigen Szenen jedoch ein wenig drüber ist.

So ein Belagerungsfilm kann im besten Fall bizarr, zynisch und gnadenlos unmenschlich ausfallen, hier liefert Regisseur Jon Keeyes eher weichgespülte Ware nach bekannten Abläufen, die zu keiner Zeit überraschen und noch weniger mitreißen. Etwas mehr Finesse hätte man dem titelgebenden Überlebenskünstler letztlich doch zugetraut.
4 von 10

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