Review
von Leimbacher-Mario
Bingo, Gringo!
Die Bingohalle einer friedlichen, aber nicht sehr reichen Gemeinde mit fast nur älteren Leuten bekommt ein teuflisches Update, das die Gewinner nach anfänglicher Euphorie in den Wahnsinn, Abgrund, Tod stürzt. Zum Glück gibt es eine schlagkräftige Oma und ihre Clique, die versucht gegen diese dämonische Geldgier vorzugehen und ihr Viertel zurückzuerobern…
„Cockneys vs. Zombies“ oder „Late Phases“ haben gezeigt, dass ohne Probleme auch Rentner spaßig und blutig gegen das Böse in all seinen Formen kämpfen können. „Bingo Hell“ spielt leider nicht ansatzweise in dieser Liga der Altherrschaftenaufräumer und lässt einen trotz all der richtigen Zahlen nie freudig aufspringen. Ganz im Gegenteil. Da fallen einem gut und gerne mal alle Augen zu. Samt der Hühneraugen. Trotz der wundervoll aufrehenden Charakterfresse Richard Brake, trotz rüstiger Rentner, trotz wilder Beleuchtung und trotz Grundidee, die durchaus Gesellschaftskritik mit Schlachtplatte hätte kreuzen können. Aber hätte, wäre, wenn: „Bingo Hell“ ist ein weiterer Beweis, dass die Welcome To Blumhouse-Reihe auf Amazon Prime nicht ohne Grund von seinen Produzenten weit weg von allen Kinoleinwänden aussortiert wurde…
Fazit: Gentrifizierung from Hell? From Greed To Yawn? Rentner gegen Hipster? Gegen das Geld? Gegen den Kapitalismus? Gegen das Böse? „Bingo Hell“ hat nette Darsteller, bleibt aber spannungsfrei, in seiner Aussage viel zu simpel und kann auch nicht wirklich als Horror bezeichnet werden. Lahm. Ein weiteres Ablageprodukt von Blumhouse.