Nach 15 Jahren Pause kehrt der gebürtige Pole Andrzej Sekula auf den Regiestuhl zurück und liefert ausgerechnet Dämonenhorror der Marke Exorzismus ab. Da hilft ihm seine eigentliche Kernkompetenz als Kameramann („Pulp Fiction“, „Reservoir Dogs“) nicht wirklich.
Kiew: Alpträume und arge Stimmungsschwankungen vollziehen sich bei Cora, die soeben ihren 13. Geburtstag feierte. Ihre Eltern schicken sie vorsorglich ins Hospital, doch nach einer CT wird Ärztin Nina auf das Kind aufmerksam. Fortan beobachtet sie Coras Verhalten in der elterlichen Wohnung, welches immer seltsamere Züge annimmt…
Der Einstieg frohlockt mit ein paar brauchbaren Ideen in Richtung Spuk, als die Kerzen einer Geburtstagstorte im Kühlschrank ein Eigenleben entwickeln. Doch danach gehen dem Stoff bereits merklich die Ideen aus und es folgt nicht mehr viel außer Coras beharrliches Schweigen oder nächtliche Störgeräusche.
Derweil vermag keine Figur die Zügel an sich zu reißen, da die Charakterzeichnungen schablonenhaft und oberflächlich bleiben, Nina und Coras Eltern zu wenig Initiative an den Tag legen und der finale Priester derart ohne Kontext ins Geschehen geworfen wird, dass die komplette Figur kaum ernst zu nehmen ist, zumal er von Dingen redet, die ebenfalls völlig aus dem Zusammenhang gerissen sind.
Zwar wird in der finalen Viertelstunde das Tempo deutlich erhöht und es folgen die gängigen Zutaten wie tiefe Stimme und Spinnenlauf mit Verbiegen, doch gegen Ende werden mehr Fragen als Antworten geliefert, da dem Drehbuch etliche Lücken anhaften.
Immerhin sind die wenigen Effekte anständig inszeniert und die raren CGI passabel umgesetzt.
Es muss nicht immer viel Blut fließen und hinter jeder Ecke ein Erschreckmoment lauern, doch hier ist der Titel Programm fürs geneigte Publikum, welches phasenweise Mühe haben wird, sich wach zu halten. Die schwachen darstellerischen Leistungen und die langweiligen Sets fallen neben dem austauschbaren Score schon gar nicht mehr ins Gewicht.
3 von 10