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Action, Humor, Charme und Klasse sollte einen in dieser mitreißenden Neuverfilmung des historischen Abenteuer-Stoffes laut DVD-Cover erwarten. Nach 95 kurzweiligen Minuten bleiben davon leider lediglich zwei Eigenschaften übrig: Humor und Charme, davon allerdings reichlich.

In „FANFAN, DER HUSAR“ spielt Vincent Perez den abenteuerlustigen Titelhelden, der mit seinem Mundwerk ebenso schnell ist wie mit seinem Degen. Bis zum obligatorischen Happy End hat der Frauenheld noch unglaubliche Prüfungen zu bestehen, so muss er zum Beispiel Madame Pompadour vor räuberischen Wegelagerern retten, landet im Kerker und wird zu Tode verurteilt.

Das von Europas Regie-Aushängeschild Luc Besson („Nikita“, „Das fünfte Element“) produzierte Husaren-Abenteuer hinterlässt einen zweischneidigen Eindruck. Auf der einen Seite sorgen die charmanten Hauptdarsteller Penélope Cruz und Vincent Perez mit ihren heiter romantischen Abenteuern und amourösen Verwicklungen für tolle Unterhaltung.
Andererseits bleibt der historische Hintergrund, der die meisten Klassiker des Mantel- und Degenfilms gerade ausmacht, weitgehend auf der Strecke.

Generell kann man an dieser Stelle sagen, dass Gérard Krawcyk, der sich bereits mit „Wasabi“ und „Taxi Taxi“ einen Namen als Regisseur von seichter Popcorn-Unterhaltung ohne Anspruch gemacht hat, seiner Linie treu bleibt und hier den Schwerpunkt eindeutig auf die komödiantische Seite legt: Das bedeutet Slapstickeinlagen am laufenden Band und verbale Zoten, die nicht immer treffen – Die Oberschicht wird als dumme, vergreiste Gesellschaft dargestellt, was einen seltsamen Eindruck der französischen Geschichte hinterlässt und nicht so ganz meinen Vorstellungen des historischen Abenteuerfilms entspricht. Hier wurde gerade mit den beiden „Zorro“-Neuverfilmungen ein historischer Abenteurer-Stoff wesentlich anspruchsvoller und besser umgesetzt.

Nichtsdestotrotz kann man dem Streifen - wie bereits gesagt – besonders aufgrund seines Humors dennoch einen akzeptablen Unterhaltungswert nicht absprechen.
Mal wieder Popcorn-Kino eben, in schönen Bildern getaucht.
Der Anspruch bleibt leider auf der Strecke!

(6,5 / 10)

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