... Kühnert ließ sich 2018 auf ein dokumentarisches Experiment ein: er ließ sich von Katharina Schiele und Lucas Stratmann drei Jahre lang bis zur Bundeswahl mit der Kamera folgen, ohne jetzt mit den Filmemachern direkt in den Austausch zu gehen. Vereinbart war nur, dass die Serie erst nach der Bundestagswahl veröffentlicht werden dürfte.
Das Material beginnt nach den schweren Verlusten der SPD zur Hessenwahl 2018 und zieht dann den Bogen zur Europawahl 2019, die ebenfalls das schlechteste Ergebnis überhaupt für die Volkspartei bedeutete. Von den Medien als kommender Mann aufgebaut und als persönlicher Gegner der für ihn ineffektiven "Großen Koalition" beleuchtet die Serie in der Folge die Situatiion rund um und nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als Parteivorsitzende. Daraufhin versuchte die SPD es mit einer zuletzt populären Idee für den Bundesparteivorsitz, in Form einer Doppelspitze. Auch hier wurde Kühnert zur Kandidatur gedrängt, unterstützte jedoch hauptsächlich eins der angetretenen Teams, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Unerwartet gewinnt dieses Team dann tatsächlich später die Stichwahl, ausgerechnet gegen den Finanzminister Olaf Scholz, den Kühnert politisch eher ablehnt. Danach, Kühnert ist nun stellvertretender Vorsitzender, sieht man sich den Auswirkungen der Corona-Pandemie gegenüber. Als die Zahlen schließlich weiter in den Keller gehen und die Bundestagswahl 2021 naht, tritt Kühnert erstmals selbst für ein Bundestagsmandat im Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg an. Aber an Scholz als Kanzlerkandidat führt schon lange kein Weg mehr vorbei...