Review
von Leimbacher-Mario
Siesta Mexicana
Ein mexikanisch-amerikanisches Paar erwartet ihr erstes Kind und zieht im Kalifornien der 70er in eine abgeschiedene Gegend voller weiterer Einwanderer und Arbeiter. Schnell passieren beunruhigende Dinge, die nicht nur einer schwangeren Frau gehörig und gefährlich zusetzen können…
Wenn man jetzt nicht gerade mit „Rosemarys Baby“ vergleicht, fängt „Madres“ die Gefühle von Schwangerschaft, Außenseitertum, Einwanderung und Alleinsein gut ein. Noch dazu sind die Figuren nachvollziehbar gezeichnet und unsere Protagonistin überragend schön. „Madres“ versprüht die Vibes seines Jahrzehnts sehr fähig und biedert sich nur recht gering aktuellen Trends und Jumpscares an. Nur: wenn man gerade einmal 80 Minuten Zeit hat und dabei auch noch massiv schleift und schleicht, dann kommt man sehr leicht auf alle Parties zu spät… Deswegen fühlt sich „Madres“ auf Grund seiner ethnischen Zugehörigkeiten und seines Blickwinkels frisch genug an, bringt im Endeffekt jedoch nichts an den Tisch, was nachhaltig sättigt oder weit über den Abspann hinaus im Kopf bleibt. Bis auf die wahren, unfassbar traurigen Begebenheiten und Fälle, auf die der Film beruht und die die Note um mindestens einen Punkt hochziehen.
Fazit: moderner Einwandererhorror mit 70s-Färbung, amerikanischem Alptraum, sympathischem Pärchen und Slowburn-Rhythmus. Ein (gerade noch) solider Beginn für mich in Blumhouse's 2021er-Halloween-Quartett auf Prime!