Hilary Swank spielt eine Schülerin, die, frisch am College angekommen, den Anschluss zu einer Studentenverbindung sucht. Die Anführerin der Verbindung, gespielt von Sarah Chalke, lässt sie einige Aufnahmeprüfungen bestehen, im Rahmen derer die Zimmergenossin und Freundin von Swank stirbt. Sie versucht den Todesfall aufzuklären, rückt so jedoch selbst ins Fadenkreuz der Verbindung.
Obwohl im Cast mit Hilary Swank und Sarah Chalke durchaus zwei größere Namen vertreten sind, ist "Schwarze Messen auf dem Campus" ein vollkommen belangloses B-Movie, das sich noch unter "Tatort"-Niveau befindet und nur seichte Unterhaltung bietet.
Der Titel verspricht mehr, als der Film im Endeffekt liefert. Spannend wird der 0815-Thriller, mangels Innovation, nämlich zu keinem Zeitpunkt. Der Plot ist in drei Sätzen zusammengefasst und mehr passiert im Endeffekt auch nicht, und, da der Film die Handlungsbahnen des Genres, die man mittlerweile zur Genüge kennt, kaum verlässt, krankt "Schwarze Messen auf dem Campus" leider zu allem Überfluss auch noch an seiner Vorhersehbarkeit. Zudem wirkt der Blick auf die Studenten-Verbindung eher lachhaft und vollkommen unrealistisch, allein schon wegen des, beinahe trashig schlechten Aufnahmerituals. Der Versuch, das Problem der amerikanischen Studentenverbindungen, die teilweise durchaus ernstzunehmende Gefahren in sich bergen, halbwegs authentisch darzustellen und so schockieren zu können, scheitert also auch. Zudem ist auch die Charakterkonstruktion eher klischeehaft und dürftig: da wären also die arroganten und intriganten Schüler aus der Verbindung, die arme Außenseiterin, die schließlich stirbt und natürlich die Hauptfigur, die schließlich im Gewissenskonflikt zwischen ihrer toten Freundin und der Verbindung steht, wobei es auch hier nicht sonderlich schwer fällt zu kalkulieren, wofür sie sich wohl letzten Endes entscheiden wird.
Die Regie von William A. Graham, der bisher ausschließlich Billig-Produktionen inszenierte, aber mit "Der Mann, der Eichmann jagte" durchaus positiv in Erscheinung treten konnte, ist lieblos und verleiht dem Film einen noch deutlicheren Beigeschmack eines belanglosen B-Movies. Eine düstere Atmosphäre kreiert er trotz der Thematik, die dies durchaus gut zugelassen hätte, zu keinem Zeitpunkt, zumal auch Musik und Ton nicht zu überzeugen wissen, da er das Erzähltempo jedoch relativ hoch hält, unterhält er wenigstens durchgehend, ohne größere Längen, aber leider auf niedrigem Niveau. Auch narrativ schlägt der Film keinerlei Harken, die ihm irgendetwas Eigenes verleihen würden und optisch hat das Werk, das schnell gesehen und wieder vergessen ist, ebenfalls nichts Erwähnenswertes an sich.
Hilary Swank befand sich zum Zeitpunkt des Films noch am Anfang ihrer Karriere, "Schwarze Messen auf dem Campus" drehte sie sogar noch vor ihrer Zeit bei "Beverly Hills, 90210". Aber schon hier merkt man der Darstellerin, die vor allem durch intensive, tragische und authentische Gefühlsregungen ihre beiden Oscars für "Million Dollar Baby" und "Boys don`t cry" gewinnen sollte, durchaus ein gewisses Talent an, so gibt sie ihrer Figur zumindest einen Ansatz von Tiefe und ist im Endeffekt der einzige Grund, sich diesen Film vielleicht doch anzusehen. Sarah Chalke, die man vor allem aus "Scrubs" kennt, spielt ihre Rolle gewohnt solide, lässt aber kein richtiges darstellerisches Talent erkennen, zumal ihre Stärken eher im humoristischen Bereich liegen, genauso, wie der restliche Cast, der allenfalls solide ist.
Fazit:
"Schwarze Messen auf dem Campus" bietet eine flache und vorhersehbare Story, eine einfallslose und vollkommen austauschbare Inszenierung, sowie, von Hilary Swank mal abgesehen, einen mäßigen Cast. Unterhaltsam ist der schnell vergessene 0815-Thriller damit lediglich, weil das Erzähltempo relativ hoch gehalten wird. Kaum zu empfehlen.
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