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Yasuharu Hasebe hat unmittelbar nach "Die Nackten und die Bestien" den 4., aus dem Rahmen fallenden Teil von "Sasori" gedreht: "The Grudge Song". Seit ich diesen Film gesehen habe, weil er jetzt auch in Europa auf DVD erhältlich ist, kann ich "Die Nackten und die Bestien" besser schätzen. Als ich ihn zum ersten Mal - völlig unvorbereitet da als Double Feature mit einem ganz anderen Film um den es mir eigentlich ging - gesehen habe, dacht ich: das ist völliger Schund, wenn auch sehr unterhaltsamer. Aber ich hatte noch keinen japanischen Film gesehen, der so wenig ästhetisiert und stilisiert war. Nun ist "Sasori: The Grudge Song" unverkennbar in der gleichen Art gemacht, die mir nun aber als bewußt anarchische, Konventionen sprengende Filmweise deutlich wird.
Ich weiß nicht ob "Die Nackten und die Bestien" auch einem Comic entspringen, aussehen tut es jedenfalls so. Die tatsächlich häufig im nackten Zustand anzutreffende Amazonenbande kämpft gegen böse Samurai und anscheinend auch andere Banditen, die sie mit Vorliebe erst vergewaltigen bevor sie sie umbringen. Worum es aber inhaltlich wirklich geht, weiß ich heute auch nicht, da ich nur eine japanische Release habe - vielleicht kann ja jemand mal den Inhalt eintragen, der das deutsche Band gesehen hat, obwohl mit der Synchro womöglich ohnehin eine andere Geschichte daraus gemacht wurde. Nur daß die "Satansweiber aus Fernost"(!) der Ausrottung durch die Samurai nur deswegen entgehen, weil sie Schußwaffen erbeuten, habe ich mitbekommen. Am Schluß reiten die Überlebenden in die untergehenden Sonne wie der einsame Westernheld.
Aber ganz sicherlich ist die Story auch für das japanische Publikum nicht so wichtig wie hübsche kämpfende Mädchen, hübsche nackte Mädchen in Sexszenen, ein paar - nicht nur für japanische Maßstäbe - harmlose Foltereinlagen mit hübschen Mädchen, usw. (irgendwie hatte ich mir "Karate, Küsse und blonde Katzen" so ähnlich vorgestellt, nur mit europäischen Mädchen, war dann aber doch sehr enttäuscht, denn das Plakat ist ja aufregender als das Filmchen.)
Und das ganze hat sogar mehr Schwung als in manchen durchgestylten Samurai- bzw. Tokugawa-Epen (die mir letztlich aber doch besser gefallen). Sehr gut auch die Gesangseinlagen, beeindruckend auch bei der Trauerzeremonie um die getöteten Kolleginnen. Der drastische Höhepunkt des Films ist wohl die Vergewaltigungsszene, bei der nicht nur das Opfer Kopf herunter vom Baum hängt, sondern auch der Täter!

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