Annähernd 200 Millionen US-Dollar verschlingt die Produktion eines populären Streaming-Dienstes und die bekommt es nicht hin, einen Stier so zu animieren, dass er nicht wie eine schwarzfellige Gummikuh aussieht, die offensichtlich einen Tequila zuviel von Dwayne Johnsons Hausmarke genommen hat.
FBI-Agent Hartley (Dwayne Johnson) und Kunstdieb Booth (Ryan Reynolds) müssen sich zwangsläufig zusammenraufen, um die drei legendären Eier der Cleopatra zu ergattern, was sie rund um den halben Erdball führt. Während Interpol stets im Nacken sitzt, scheint ihnen eine gewiefte Kunstdiebin (Gal Gadot) stets einen Schritt voraus zu sein…
Regisseur Rawson Marshall Thurber verliert keine Zeit und steigt mit typischen Szenen eines Heist-Stoffes ein, bei dem Stück für Stück Elemente eines Baugerüstes zweckentfremdet werden. Bei dem Trubel kommen zwar jede Menge Randfiguren zu Schaden, doch es fließt überraschend wenig Blut und schon gar nicht stirbt irgendwer vor der Kamera, obgleich zweimal mit einem Granatwerfer hantiert wird.
Die Mischung aus Agentenfilm, Spionagestoff und Abenteuer setzt vor allem auf zahlreiche Schauplatzwechsel, welche von Rom über Argentinien, Bali und Russland bis nach Sardinien reichen, was allerdings häufig nach Studiokulisse aussieht, zumal einige Backgrounds etwas zu glatt wirken und Greenscreen zuweilen augenscheinlich wird. Im Kleinformat funktionieren hingegen einige Passagen recht gut, wie das Austricksen eines umfangreichen Überwachungssystems oder der ungleiche Dreierkampf in einer Waffenkammer mit antiken Requisiten.
Das Timing bei der Action ist stimmig und auch bei einigen Wortgefechten vermag das Buddy-Gespann für gute Laune zu sorgen. Dennoch liefern The Rock und Reynolds nur Dienst nach Vorschrift, wogegen Gal Gadot als feuriger Antrieb deutlich mehr Laune macht und der Dreierkonstellation den eigentlichen Pep liefert. Denn leider macht sich der Mangel eines garstigen Antagonisten im Verlauf durchaus bemerkbar und so etwas wie ein Endgegner fehlt komplett.
Neben zahlreichen popkulturellen Referenzen gibt es auch einige Selbstironie und natürlich muss die Frage erlaubt sein, wieso The Rock plötzlich ein Haarnetz trägt. Das kann innerhalb der kurzweiligen 118 Minuten durchaus Laune machen, obgleich die dünne Geschichte nichts weiter ist, als eine Aneinanderreihung diverser Actionszenen aus dem Baukasten, der bereits in den 80ern angelegt wurde. Innovationen sollte man folgerichtig nicht erwarten, denn der Streifen ist genauso schnell wieder vergessen, wie drei goldene Eier der Cleopatra gefunden werden könnten…
6,5 von 10