Smells Like Mean Spirit
Das „VHS“-Franchise ist wuchtig zurück, es fliegt mit Retrogeschwindigkeit samt halbem Neustart zurück in die 90er! Und zurück zu alter Stärke, nach dem eher durchwachsenen „VHS: Viral“. Dieses Mal gibt es vier Found Footage-Stücke, die laut Rahmenhandlung wohl das Zeug haben einen in den Wahnsinn zu treiben und die Augen bluten lassen. Von Rattenwesen in der Kanalisation bis zu Hillbillies auf Vampirjagd gibt es wieder einiges zu entdecken und aufzusaugen. Und ich als ausgesprochener Fan der Reihe freue mir 'nen Ast ab, dass es eine gelungene Kollektion geworden ist, die beinahe sogar mit den Hochzeiten der Reihe mithalten kann…
HOLY HELL
5,5/10
In der verbindenden Ein- und Überleitung fällt ein SWAT-Team in ein verlassenes Lagerhaus voller Videos und entstellter Leichen ein, die sich anscheinend einige der dort gelagerten „Schmuckstücke“ genauso reingezogenen haben, wie wir es gleich tun werden…
Die „Umschläge“ waren noch nie die Stärke bei „V/H/S“. Dieser etwas lieblose „Raid“ ist sogar echt fad. Hochwertig, aber unnötig und blass. Zum Glück nur in recht kurzen Schnipseln serviert.
STORM DRAIN
8/10
Eine etwas famegeile Reporterin geht zusammen mit ihrem schreckhaften Kameramann in die Kanalisation, um der Legende des anscheinend immer wieder gesichteten Rattenmanns näher zu kommen…
Heil Ratma(n)!? Dieses fiese Abtauchen in eine kultige Parallelgesellschaft unter der Erde hat etwas von „Cabal“ in böser. Zuerst super gruseliger, dann super bizarrer und später super spaßiger Creature Feature-Horror. Mitsamt leichter Gesellschaftskritik und einem Interlude bzw. „Werbeclip“ für den „Veggie Smasher“ - inszeniert von keinem Geringeren als Steven „P.G.“ Kostanski. Und einer der coolsten „Face Melting-Szenen“… ever! Wat willste mehr?!
THE EMPTY WAKE
7,5/10
A la „The Vigil“ wird hier eine einsame Totenwache in einer stürmischen Nacht zur Herausforderung für eine junge Frau…
Zuerst Schauer, dann Spaß. Simon Barrett zeigt eindrucksvoll worauf es bei „V/H/S“ ankommt. Makaber und matschig. Atmosphärisch und (wie fast die ganze Compilation) glaubhaft zweieinhalb Jahrzehnte alt. Das Ende ist mir ein wenig plötzlich und vage. Ansonsten hatte ich eine hervorragende Zeit.
THE SUBJECT
8,5/10
Kranker Mad Scientist-Stuff trifft auf „Hardcore“, „Guinea Pig“ und „Frankensteins Army“ in diesem Clash der gefolterten Cyborgs mit einer schnell blutüberströmten Spezialeinheit…
Diese fast videospielartige Schlachtplatte von Tjahjanto (der ja schon mit „Safe Haven“ für „VHS“ Legendäres abgeliefert hatte) sticht heraus und macht einfach unglaublich Bock. Schnell, brutal, bizarr. Sogar mit traurigem Kern. Makaber, menschenfeindlich, mega. Höhepunkt der Zusammenstellung, wenn auch stilistisch am wenigsten 90er.
TERROR
6,5/10
Hohle Nazi-Rednecks haben ein Mittel gefunden, um der auf diesem Planeten scheinbar gut versteckten und herrschenden Vampirbrut endgültig den Gar aus zu machen - schießen sich dabei aber köstlich oft genug selbst ins Bein…
Schöner schwarzer Humor. Heftige Explosionen. Kaputte „Helden“. Zu wem soll man halten? Egal, denn man hat Spaß. Selbst wenn das Teil etwas zu viel Anlaufzeit braucht und man aus dem Thema locker mehr, sogar einen Langfilm, herausholen hätte können. Definitiv aber kein schlechter Ausklang.
Fazit: nahezu wieder auf dem Niveau der ersten beiden Teile. Ein Bandsalat Buntes mit gehörig roter Sauce! Beete, Knete, nicht etepetete. Her mit „VHS '95“. Oder „VHS '86“.