Schon wieder ein VHS-Film, würden manche sagen. Mittlerweile kommt jedes Jahr ein neuer Teil raus. Das macht nichts, denn hier können sich die Regisseure in Kurzfilmen austoben und der Horror-Episoden Fan freut sich. Natürlich muss alles in irgendeiner Form mit Found Footage zu tun haben. Trotz dieser Beschränkung, kennt die Kreativität mancher Regisseure keine Grenzen. Es ist einfach toll, wie man seit so vielen Jahren bei jedem neuen VHS Teil immer wieder mit neuen Arten des Found Footage Genres überraschen kann.
Dieser Teil der VHS-Reihe bietet eine der besten Episoden (The Subject) der gesamten Reihe. Dort kämpft eine Spezialeinheit in einem Labor gegen Cyborgs. Regie führte Timo Tjahjanto (The Night comes for us, Codename 13), der in seinen anderen Filmen bewiesen hat, dass er Horror und Action beherrscht. Ganz besonders die Action, die in den gerade genannten Filmen, die Brutalität auf die höchste Stufe brachte. Die Cyborgs gehen hier hart zur Sache. Da wird schon mal ein Mensch zerfetzt oder zerhackt. Ansonsten wird überwiegend geballert und das auch noch schön in Ego-Perspektive. Ego-Shooter Spieler werden sicher begeistert sein.
Die anderen Episoden überzeugen ebenfalls, bis auf die letzte Episode (Terror), die ich etwas schwach finde. Liegt vielleicht auch daran, dass ich die Story nicht so richtig kapiere und sie gefühlt deutlich länger ist, als die anderen Episoden. Schlecht ist sie nicht. Der Filmlook ist toll und sieht nach einer schlechten und kaputten VHS-Kopie aus, und der Vampir hat eine tolle Maske, die aber leider zu wenig zum Einsatz kommt. Außerdem sieht sie bei dieser Bildqualität gar nicht so genial aus, wie beim Making of oder bei den Werbebildern.
Die Episode „Storm Drain“ hat ein Monster, von dem ich mir sogar einen Langfilm wünschen würde. Der Rattenmann sieht merkwürdig und unheimlich aus. Auf jeden Fall eine tolle Idee und super Kostümarbeit.
Bei der Episode „The Wake“, geht es um eine Totenwache. Es spielt zwar alles am selben Ort und wird nur aus festen Kameraperspektiven gezeigt, aber das Ganze ist schön unheimlich, trotz der einfachen Machart. Action und Effekte gibt es zwar erst am Ende, aber dafür sind sie sehr gut gemacht.
Die Rahmenhandlung mit dem Sondereinsatzkommando der Polizei, ist eine der besten Rahmenhandlungen der Reihe, auch wenn sie eher einfach und kurz ausfällt. Bei anderen Teilen der Reihe hatte man teilweise schlechtere Handlungen, oder keine richtige, wie bei VHS Beyond. Hier ist das wenigstens interessant inszeniert und hat am Ende eine überraschende Wendung zu bieten.
Insgesamt einer der besten Teile der Reihe, trotz der für mich schwächeren letzten Episode. Aber bei VHS Beyond war das genau so bei mir. Da fand ich die letzte Episode auch am schwächsten, aber den Film als einen der besten aus der Reihe.
Fazit: Ein Highlight der VHS-Reihe.