Inhalt (englische Fassung):
Japan Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Das Kaiserreich will seine imperialistischen Interessen auch auf China ausweiten.
Hierzu soll der beste Karateka des Landes, Jai Tai (Yasuaki Kurata), als Spion nach Shanghai geschleust werden..., für eine Invasion wichtige Landkarten sollen von ihm nach Japan verbracht werden.
Jai Tai soll hierzu in Shanghai die Verbindungsmänner der Japaner kontaktieren. Dies ist die Gang um den starken Mann im Hafen von Shanghai: Lin Sang Tai (Chiang Nan)..., der zusammen mit seinem Sohn Lin Yung (Chen Hui Min) und seinen Männern den Schmuggel und den Menschenhandel im Hafen kontrolliert.
Auf Seiten Jai Tais ist noch der japanische Fighter Chu (Gai Yuen).
Gegenspieler dieser Männer ist ein Mann der chinesischen Militär-Polizei.... Li Chang (Chen Hsing). Auch dieser begibt sich in das Shanghaier Hafengebiet..., zusammen mit dem Kämpfer Su Tung (Wong Yuen-San).
Er fällt Lin Sang Tai bei einer Schlägerei auf..., und es gelingt Li und Su sich in die Gang von Lin Sang Tai zu infiltrieren.
Jedoch herrscht großes Misstrauen..., Li hat letztendlich aber keinen Beweis, dass die beiden Japaner Spione sind.
Li und Su haben jedoch außerhalb der Bande draußen wichtige Helfer..., so den Schuhputzer Shoeshine (Hon Gwok-Choi), einen Taschendieb..., und die russische Prostituierte Anna (Irene Ryder).
Diesen Dreien fällt eine Brieftasche eines bereits in Shanghai agierenden Spions in die Hände..., mitsamt der darin enthaltenen Landkarte. Der Bezug zu den Japanern innerhalb der Gang von Lin Sang Tai ist offensichtlich....
Es kommt zwischen den Chinesen und den beiden Japanern sowie ihren chinesischen Handlangern zum brutalen Show-Down..., und schließlich zwischen Li Chang und Jai Tai zum gnadenlosen, äußerst blutigen Duell um Leben oder Tod.......
Fazit:
"Kung Fu - The invisible fist" (aka "The good and the bad", deutscher Titel: "Der Schlaghammer aus Shanghai") ist ein sehr subtil aufgebauter, insgesamt noch einigermaßen spannender und vor allem in der letzten halben Stunde aber fetzender KungFu-Actioner...., ein Eastern des Regisseurs Ng See Yuen in einer frühen Phase des Genres, 1972, für den Produzenten Jimmy L. Pasquale gedreht.
Vor dem japanisch-chinesischen Krieg, der ja im Vorfeld des 2. Weltkriegs bereits stattfand..., dort ist diese Story angesiedelt, in welcher 2 Japaner in Shanghai eine Invasion mit vorzubereiten haben..., und ihr chinesischer Gegenspieler dieses unterbinden will.
Dies ist sehr subtil aufgebaut..., es wird viel dialogisiert..., die Szenen im Hafen von Shanghai sind gedehnt..., es ist fast sogar eine Art Charakter-Studie über die beiden Widersacher dabei entstanden..., und das in mitunter langatmiger Art. Und so sind denn die über 106 Minuten -die Fassung ist aber sogar cut- für einen Eastern schon eine astronomische Laufzeit.
Sorry..., das ganze ist arg gedehnt..., und man muss manch langatmige Passage überstehen. Natürlich sollte das ganze spannend sein..., ist es auch größtenteils, hätte für meinen Geschmack aber etwas geraffter sein können..., ja müssen.
Kurata gegen Hsing..., man hat das Gefühl als wollte die Regie hier auch eine Art Psycho-Duell der beiden mit austragen. Der obercoole Karateka, überheblich...., gegen den chinesischen Militär-Polizisten..., der ein gefährliches Spiel spielt, sich dabei in die Fänge einer Gang begibt, die keinen Spaß versteht.
Das geriet mir ein bissel zu lang.
Insgesamt stimmt der Spannungsbogen aber noch..., und als wenn die Regie hier meinte, wir müssen beim Zuschauer etwas gut machen...., bricht sich in der letzten halben Stunde eine Gewalt-Spirale Bahn..., eine Explosion brutaler Gewalt, mit knallharten, blutigen Kämpfen..., was denn hier mehr als entschädigte.
Höhepunkt der Gewalt...., nach einigen rau-reellen und hart-rustikalen KungFu-Fights..., ist denn die letzte halbe Stunde mit Action-Total. Chen Hsing gegen Yasuaki Kurata..., ein hasserfülltes, knallhartes Duell auf Leben und Tod, voller Dynamik und Intensität.
Nach allem Reden, nach allem Belauern innerhalb der Gang..., bricht die Gewalt los. Und ich habe -obgleich ich Hunderte Filme dieser Gattung sah- kaum ein so lang-intensives, hassgetragenes und brutales, blutig-hartes Duell erlebt, wie hier zwischen diesen beiden.
Der letzte Eindruck ist der frischste..., so kann man am Ende als Fan des Genres noch sehr zufrieden sein.
Die Atmosphäre dieses Eastern..., nüchtern, fast nur Open-Air..., kostengünstig wirkend..., man will eine Geschichte erzählen, die beim Betrachter Geduld erforderte..., und knallharte Kämpfe bieten. Der Hafen kann etwas Kolorit verströmen..., so wie die verfallenen Slums mit baufälligen Gebäuden..., kein Hochglanz-Eastern..., eine raue Zeit, eine raue Welt.
Und eine Stadt die von Verbrechen und Gewalt geprägt war.
Hauptfiguren sind Chen Hsing und Yasuaki Kurata. Chen Hsing der Held, auf Seiten des Guten..., mutig schließt er sich den Feinden an, die aber misstrauisch bleiben..., so ist es ein Vabanque-Spiel, welches Chen Hsing spielt.
Und er fightet mit hoher Intensität..., Fans wissen, er ist ein knallharter Fighter des KungFu.
Eleganter wirkt denn Yasuaki Kurata..., der hier mehr Technik reinbringt..., er agiert ansonsten für ihn typisch..., der überhebliche Japaner in chinesischen Actionern.
Das Duell der beiden ist der dramatische Höhepunkt des Streifens.
Die anderen sind drumrum gebaut..., Gai Yuen wirkt etwas verhaltensgestört und brutal.
Wong Yuen-San und Chen Hui Min agieren solide im Hintergrund. Hon Gwok-Choi albert wieder rum..., doch auch nicht zu sehr..., der untersetzte Darsteller kann sogar einmal seine Agilität aufblitzen lassen.
Darstellerisch sogar am Besten wirkte hier Chiang Nan als Banden-Chef. Er ist als skrupelloser Gangster-Boss, dem ein Menschenleben einen Dreck zählt, erste Wahl. Er bringt hierfür die richtige Mimik, das richtige Spiel und die perfekte Ausstrahlung dafür rüber.
"Kung Fu - The invisible fist" verlangt von einem Fan der Genres, der die gewohnten Standards schätzt, viel Geduld..., und Interesse an einer subtilen Story in einem für einen Eastern ungewohnten historischen Umfeld.
Zum Schluss kommt es zum Ausbruch brutaler Gewalt und zu richtig heftiger KungFu-Action die für manche Länge zuvor durchaus entschädigt.
Lohnt einen Blick...., 7,5/10.