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Charlton Heston war in den frühen 70ern DIE Erstbesetzung für Thriller mit gesellschaftskritischer, (post)apokalyptischer Thematik. Jedoch weisen weder „Planet der Affen“, „ Der Omega-Mann“, noch das ein Jahr später erschienene „Erdbeben“ eine solch absolute Düsterkeit, eine derart ausgeprägte Hoffnungslosigkeit auf , die in „Soylent Green“ allgegenwärtig ist.

Die Handlung basiert auf H.Harrisons „New York 1999“ und entführt den Zuschauer in eine dem Untergang geweihte Welt, in der alle zum Überleben benötigten Ressourcen aufgebraucht sind. Die Erde ist hoffnungslos überbevölkert, die Menschen wie Tiere in den berstenden Städten eingepfercht, in denen nur die reiche Elite über Wohnungen verfügt. Die massive Erderwärmung zerstörte die gesamte Flora, vernichtete Ackerland und brachte das gesamte öffentliche Leben zum Erliegen. Die dahinvegetierenden Menschen verfallen in Archaik, der verzweifelte Kampf ums Überleben, verwischt jede Vorstellung von Moral.
Vor dem Hungertod rettet nur Soylent Red und Yellow, eine minderwertige, chemische Nahrung in Plättchenform, bei deren Ausgabe es auf Grund der Verknappung zu Tumulten kommt. Daneben gibt es Soylent Green, eine neue Entwicklung aus mysteriöser Zusammensetzung, doch diese ist furchtbar rar…

In diesem Inferno lebt Thorn (Charlton Heston), Detective bei der Mordkommission. Menschenleben haben jeglichen Wert verloren, täglich werden allein in New York tausende Bürger massakriert. Als er eines Tages in einen elitären Wohnkomplex gerufen wird, bemerkt er die Brisanz des Falles. Ein hohes Tier der Soylent Corporation liegt hinterrücks erschlagen in seinem Penthouse. Alles deutet auf einen Einbruch hin, doch Thorns Recherchen führen ihn in eine andere Richtung. Eine die das Todesurteil für jegliches Leben auf unserem Planeten bedeutet…

Soylent Greens tiefschwarze Zukunftsvision hat auch über drei Jahrzehnte nach erscheinen nichts von seiner Brisanz verloren. Im Gegenteil. Richard Fleischers Werk wirkt wie ein Faustschlag, beeindruckt mit seiner inhaltlich radikalen Kompromisslosigkeit.

Die in diese Vorhölle gebettete Handlung kann qualitativ nicht ganz mithalten. Ein solider, intelligenter Thriller, wenn gleich behaftet mit einigen Längen, geplagt von einem recht hölzernen Heston zuzüglich eines nicht ausreichenden Budget.

Die wahren Stärken entfalten sich durch die erdrückende Atmosphäre, höchst gelungene Szenen wie Thorns gemeinsames Mahl mit Freund Sol (Edward Robinson) sowie die perfekt inszenierte und wie eine Bombe einschlagende Euthanasie des selbigen.

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