Das Jahr 2022: In New York leben 40 Millionen Menschen unter unmenschlichen Bedingungen auf engstem Raum, die Erde ist überbevölkert. Durch den Treibhauseffekt steig die Temperatur so hoch an, dass es Natur praktisch nicht mehr gibt. Die Menschen ernähren sich von synthetischer Nahrung, hergestellt in den Soylentwerken. Im Moment ist das "Sylent Grün" das populärste, das Informationen zufolge aus Meeresplankton besteht. Als ein hochrangiger Mitarbeiter der Soylentwerke ermordet wird, ermittelt Detective Robert Thorn (Charlton Heston). Der entdeckt bei seinen Forschungen ein furchtbares Geheimnis...
Die Story klingt ziemlich interessant und machte mich neugierig auf mehr, doch "Soylent Green", so der Originaltitel, entpuppte sich als stellenweise fader Krimi. Man hätte näher auf die Umstände eingehen sollen, durch die es soweit kommen konnte. Stattdessen ist der Film eher ein Krimi, der eben in der Zukunft spielt und bei dem Spannung nicht so recht aufkommen will, weil sich die Story in der ersten Stunde so gut wie nicht weiterentwickelt.
Erschütternd ist die Zukunftsvision dennoch. Die Szenen, in der eine hungrige, aufgebrachte Menschenmasse einfach mit Baggern weggeschoben wird oder die armen Mütter, die mit ihren Kindern zu Dutzenden in einem Treppenhaus schlafen müssen, sind sehr aufwühlend. Genauso wie das Ende. Das schreckliche Geheimnis lässt sich zwar schon eine halbe Stunde vor dem Schluss erahnen, aber die Art und Weise wie das Ende dann inszeniert ist, ließ mich doch mit offenem Mund dasitzen.
Einen Pluspunkt gibt es außerdem für die gute Atmosphäre. So stellt man sich eine schmutzige Zukunft vor, die Setbauten sind größtenteils trostlos und dunkel ausgefallen. Der Eindruck wird noch dadurch verstärkt, das den ganzen Film über fast keine Hintergrundmusik zu hören ist. Nur zum Schluss wird stimmungsvolle klassische Musik (u.a. Beethoven und Edvard Grieg) gespielt, genauso wie im sehr guten Abspann, bei dem im Hintergrund Bilder einer längst zerstörten Natur zu sehen sind.
Insgesamt aufgrund der guten Atmosphäre und der interessanten, erschütternden Zukunftsvision sehenswert, aber für einen wirklichen Schocker wie "Twelve Monkeys" über weite Strecken zu langatmig.