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„Soylent Green“ ist ein weiteres Science Fiction Produkt, aus den 70ern, dass unter Fans Kultstatus genießt und Charlton Heston einmal mehr als renitenten Macho zeigt, der sich von niemanden etwas sagen lässt.

Wir schreiben das Jahr 2022: Durch den Treibhauseffekt ist die Natur weitestgehend zerstört. Die Welt leidet an Überbevölkerung, so dass die Ernährung durch synthetische Ersatzstoffe der Firma Soylent sichergestellt werden muss. Als ein hochrangiges Aufsichtsratmitglied dieser Firma stirbt, wird Detective Robert Thorn (Charlton Heston) auf den Fall angesetzt. Der stößt bald auf Ungereimtheiten und erfährt mehr, als ihm lieb ist.

Wie schon in „Der Omega Mann“ stimmt auch in „Soylent Green“ die Optik. Man muss, um in seine Wohnung zu gelangen, über Dutzende von Obdachlosen steigen und die Stadt ist trist und einfach gehalten. Menschenmengen stehen täglich an, um Wasserrationen oder künstlichen Essensersatz zu erlangen, verwandeln sich aber schnell in einen wilden Mob, wenn selbiges ausverkauft ist. Das dramatische „Zerstreuen“ durch Schaufelbagger hat heute allerdings eher unfreiwillig komischen Charakter, während die Methode des Einschläferns älterer Menschen einen nachdenklichen Beitrag zum heute aktuelleren Thema Sterbehilfe bietet.

Selbst den Reichsten der Reichsten fällt es schwer „reelles“ Essen zu beschaffen, da die Kosten immens und die Exemplare selten sind. Warmes oder überhaupt fließendes Wasser ist genau so Luxus wie Seife und Alkohol, während Frauen inzwischen zum Wohnungsinventar gehören. Da kommt es Thorn gerade gelegen in einer Mordsache durch so eine Wohnung zu schnüffeln, um privat etwas auf die Seite zu schaffen.

Doch trotz dieses ungewöhnlichen Szenarios kommt „Soylent Green“ nicht so recht in Schwung. Thorns Ermittlungen liefern keine Ergebnisse, da er sich lieber mit Wohnungsinventar vergnügt, die wie einstudiert für Macho Heston (posiert wieder als Ladykiller) mal eben ins Bett hopst. Undurchsichtige Killer machen auf ihn jagt und sein Mitbewohner/Mitarbeiter recherchiert, wobei er auf Ungeheures stößt.

Wirklich spannend wird es auch nicht, als die ersten zwielichtigen Figuren sich für ihn zu interessieren beginnen und sein Vorgesetzter ihn dazu zwingen will die Mordakte zu schließen, da man spätestens hier erahnt, wo der Hafer sticht. So sind die besten Szenen noch in Thorns Wohnung zu finden, wo er zusammen mit seinem alten Freund über vergangene Zeiten schwadroniert und „echtes“ Essen als Festmahl eingenommen wird.

Einzig Heston Fans werden bei diesem Film durchgängig zufrieden sein, spielt er doch einmal mehr den sich nichts sagen lassenden Dickschädel, der seine Verdächtigen nach Belieben zum Sprechen bringt, egoistisch handelt und für Frauen eine Offenbarung darstellt. Sein wie üblich heroischer Abgang darf da natürlich auch nicht fehlen.

Fazit:
„Soylent Green“ ist ein etwas überschätzter Klassiker, der ein interessantes, realistisches Szenario besitzt, aber letztendlich nur ein lahmes Krimi mit einigen netten, futuristischen Ideen darstellt. Heston posiert aber wie gewohnt, so dass Fans zufrieden sein dürften.

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