Review

Wenn Mutter und Tochter eine Mutter-Tochter-Beziehung spielen, dabei gemeinsam mit dem Vater Regie führen, welcher in einer Nebenrolle vorbeischaut, kann man unweigerlich von einem reinen Familienprojekt sprechen.

Die 16jährige Izzy (Zelda Adams) wächst in völliger Isolation mit ihrer Mutter (Toby Poser) in einem Haus im Wald auf. Aufgrund einer ansteckenden und gefährlichen Krankheit soll Izzy keine Menschen in dem weitläufigen Naturgebiet treffen, doch ihre natürliche Neugier will es, dass sie eines Tages der etwa gleichaltrigen Amber (Lulu Adams) begegnet…

So gesehen ist die Adams-Family zurück, denn die Eltern führten bereits zwei Jahre zuvor gemeinsam Regie. Viel Geld stand ihnen offenbar nicht zur Verfügung, was sich jedoch kaum negativ bemerkbar macht, da die wenigen visuellen Effekte eher dezent eingestreut werden und CGI wohl dosiert Einsatz finden.

Inhaltlich geht es um Coming-of-Age und eine ungewöhnliche Beziehung zwischen Mutter und Tochter, bei denen Hexenrituale eine zentrale Rolle spielen, wovon der Stoff erst gar kein Geheimnis macht, als die namenlose Mutter hier und da rituelle Symbole anbringt und das karge Mahl augenscheinlich nur aus Tannenzapfen und irgendwelchen Kräutern besteht. Musik macht das Duo unter dem titelgebendem Namen auch, was irgendwo zwischen Gothic und Punk angesiedelt ist und nicht wirklich zum esoterischen Eremitenleben passen will.

Das große Problem ist die unrund erzählte, zu kaum einem Zeitpunkt spannende Geschichte um die Entwicklung der Teenagerin. Stattdessen setzt das Regietrio auf visualisierte Visionen, die sich vom künstlerischen Aspekt zwar sehen lassen können, jedoch mitunter ein wenig in Richtung Selbstüberschätzung tendieren, zumal einige Stilmittel überstrapaziert werden.

Darüber hinaus bewegt sich der Stoff inhaltlich lange auf der Stelle, was der überhastet herunter gebrochene finale Akt deutlich unterstreicht. Auf lange Sicht war die Wendung nur folgerichtig, doch dies innerhalb weniger Szenen umzusetzen, geht auf Kosten der Glaubwürdigkeit. Da helfen auch diverse bebilderte Vorahnungen nicht.

(Natürlich) stimmt die Chemie zwischen Mutter und Tochter, beide performen überdies recht solide und auch die Figuren nimmt man ihnen jederzeit ab. Kamera und Schnitt arbeiten zweckdienlich und der spärlich eingesetzte Score passt zum Mikrokosmos der Handlung.

Und an dieser dürften sich die Gemüter spalten. Wer auf Style over substance steht und Arthouse im Allgemeinen nicht abgeneigt ist, könnte sogar eher auf seine Kosten kommen, als jene, die eine handfeste Handlung bevorzugen. Denn obgleich Grundmotive an „Carrie“ erinnern, - das Ding reißt einfach nicht genug mit.
4,5 von 10

Details
Ähnliche Filme