Speziell im Horrorbereich stößt man immer wieder auf Einflüsse populärer Werke, welche in regelmäßigen Abständen vorzufinden sind. In der vorliegenden, spanischen Independent-Produktion sind das John Carpenters „The Thing“, „Jeepers Creepers“ und ein Hauch von Sam Raimi.
Blasco hält sich mit dem Transport diverser Fahrgäste durch die spanische Walachei über Wasser. Mit Lidia, ihrer Tochter Marta und der Mexikanerin Mariela hat er kein leichtes Spiel, da sein Machogehabe permanent bei den Damen aufstößt. Als Blasco mitten in der Nacht eine Person überfährt und diese kurzerhand im Hinterbereich seines Vans verstaut, nimmt das Schicksal seinen Lauf…
Die Szenerie darf man sich eher kammerspielartig vorstellen, da sich ein Großteil der Handlung im Van abspielt, von Blasco liebevoll Vane genannt. Verstärkt wird die Enge durch eine Plexiglasscheibe vor dem Hinterbereich, der nur durch eine Art Katzenklappe mit dem Fahrbereich verbunden ist. Während sich zwischen Blasco und Marta eine taugliche Chemie entwickelt und der grobschlächtig faselnde Fahrer im wunderbaren Kontrast zur aktuell so angesagten Wokeness steht, geben die Damen im Hinterbereich immer neuen Zündstoff, um ein paar schwarzhumorige Schlagabtausche zutage zu fördern.
Während die durchweg solide geführte Kamera zunächst einige Landschaften einbindet, führt der zweite Teil durch die düstere Nacht und spielt zuweilen gekonnt mit Licht und Schatten und vergisst dabei auch nicht die gute alte Nebelmaschine. Ohnehin ist hier vieles ein wenig altbacken geraten, was im Fall der Effekte, insbesondere im Bereich Body Horror durchweg positiv zu betrachten ist. Hier regen sich zum Teil pulsierende Parasitenwürmer und auch das Make-up der späteren Angreifer ist durch die Bank gelungen.
Leider erfährt man recht wenig über die potenzielle Bedrohung, zumal immer nur von der Sichtung einer außerirdischen Einheit die Rede ist, die, wohl auch Budget bedingt, nie visualisiert wird. Dafür wird hin und wieder ein wenig gesplattert, wobei jedoch nie ins Details gegangen wird und etwa Szenen einer Enthauptung lediglich aus der Distanz beizuwohnen ist.
Obgleich hin und wieder ein wenig Action eingestreut und das Tempo im zweiten Drittel deutlich angezogen wird, will der Funke aufgrund austauschbarer Bedrohungen nur bedingt überspringen. Hier offenbart sich nicht zuletzt das Manko einer überschaubaren Figurenkonstellation, die folgerichtig nicht viel Abwechslung und damit auch nicht allzu viele Konfrontationen zulässt. Allerdings schürt das Setting im Zusammenhang mit dem Score und der treffenden Optik eine stimmige Atmosphäre, während die Mimen ebenfalls tauglich abliefern.
Letztlich leidet der Stoff ein wenig an originellen Einschüben und erinnert in seiner schlichten Form nicht selten an austauschbare Videothekenfilme der 80er. Die aufgeweckten Figuren und die ordentlichen Effekte werten das Treiben allerdings ebenso auf wie die eigenartige Stimmung in und um den Van, der mit seiner detailverliebten Ausstattung fast schon einen eigenständigen Sidekick liefert.
6 von 10