Allein der Grundgedanke für das Projekt war vielversprechend.
Actionjunkie Ryuhei Kitamura und Gesellschaftssatiriker Yukihiko Tsutsumi drehen gleichzeitig innerhalb weniger Tage einen Film, dessen Handlung auf nur ein einziges Setting beschränkt ist und den ultimativen Todeskampf zweier Antagonisten darstellt, all das, um sich selbst gegenseitig mit diesen Filmen zu duellieren.
Interessant ist hierbei auch, zu welch unterschiedlichen Ideen die beiden durch diese Grundvoraussetzungen inspiriert wurden. Tsutsumi rückt zwei Möchtegernschauspielerinnen in den Mittelpunkt der Handlung. Beide haben für die weibliche Hauptrolle in einem Film namens „Yakuzafrauen“ vorgesprochen und warten nun auf das Ergebnis, welches allerdings erst am nächsten Tag bekannt gegeben wird. Bis dahin müssen die beiden lediglich eine Nacht im gleichen luxuriösen Zwei-Zimmer-Apartment verbringen.
Nozomi ist die schüchternere der beiden, sie kommt aus der Provinz, hat generell kein Glück bei Männern, geht oft ins Theater und hat einen peniblen Ordnungssinn. Lana hingegen ist ein vollkommenes Modepüppchen, immer in die teuersten Neuheiten gekleidet, hat etliche Trophäen im Regal stehen und bereits als Pornostar gearbeitet. Sind diese oberflächlichen Unterschiede schon nicht allzu geeignet für ein harmonisches Zusammenleben, ist das absolut tödliche Element ihrer Charaktere die Tatsache, dass sie im Grunde beide die gleichen unerträglichen Zicken sind, die alles dafür tun, dem anderen den Tag zu vermiesen.
Anfangs überspielen sie ihre Differenzen noch mit geheuchelter Freundlichkeit, wobei man als Zuschauer aber immer ihre gegensätzlichen Gedanken mitbekommt. Lange halten sie dieses Spiel jedoch nicht durch und bekriegen sich schon bald mit allerlei Gemeinheiten, das beidseitige Interesse am gleichen Mann bietet da ausreichend Grundlage. So nach und nach sind bloße Worte allerdings auch nicht mehr genug, die ersten Ohrfeigen folgen, und der Griff zu Kettensäge und Katana ist auch nicht mehr weit...
Wenn man nicht zur oberen Schicht gehört, hat man es schwer in Tokio zu überleben. Diesen Überlebenskampf inmitten von Markenwahn, Erfolgsdruck und Imageproblemen nimmt Tsutsumi nur allzu wörtlich und hetzt seine beiden Kontrahentinnen in einem unerbittlichen Todeskampf aufeinander los, in dem es keine Gnade gibt. Beide, sowohl Eiko Koike als Nozomi als auch Maho Nonami als Lana, geben eine großartige Vorstellung ab, schmeißen sich ständig Beleidigungen, Siegestrophäen oder Eier an den Kopf, ohne einen Gedanken ans Sterben zu verschwenden, so verbissen und überzeugt sind sie vom eigenen Sieg. Unterstrichen wird diese Verbissenheit von der unruhigen Handkamera, die ständig extreme, verwackelte Closeups liefert. Die Überzogenheit, mit der das Duell in Szene gesetzt wird, die scheinbar übermenschliche Widerstandskraft der beiden, ruft Erinnerungen wach an das schrille und comichafte Finale aus Miikes „Dead or Alive“. A propos Finale: Es gibt wieder Blutfontänen zu bestaunen, und die bitterböse Schlusspointe kommt zwar alles andere als überraschend, passt dafür aber wie die Faust aufs Auge.
Ein kurzes, schrilles, gewalttätiges, spaßiges Filmvergnügen mit einer ordentlichen Portion Sozialkritik. Tsutsumi-san, diese Runde geht an Sie.