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Es sind schon ein paar Hexen mehr, die Autor und Regisseur Pierre Tsigaridis in sein Spielfilmdebüt einbindet. Allerdings geht es im Kern um zwei Geschichten, welche eine vage Verbindung aufweisen. Dabei schwankt die Qualität erheblich.

In der ersten Geschichte „Boogeywoman“ wird die schwangere Sarah vom starren Blick einer Alten in einem Restaurant in Beschlag genommen und fühlt sich seitdem verfolgt. Ein Besuch bei Freunden soll Abhilfe schaffen, bewirkt jedoch das Gegenteil.
Die zweite Story stellt die titelgebende Masha in den Vordergrund, die sich ihrer Mitbewohnerin anvertraut. Sie nutzt dieses Vertrauen aus, um sie in eine böse Falle zu locken…

Ein wenig amateurhaft wirkt die Produktion schon, bei der Tsigaridis an mehreren Stellen wie Schnitt und Beleuchtung selbst Hand anlegte. Die erste Geschichte besteht aus vier unsympathischen Figuren, bei denen insbesondere die zickige Sarah negativ hervorsticht. Zahlreiche Inserts mit hexenhaften Erscheinungen und viel zu lauten Soundefffekten kaschieren dabei nicht die Leere des Unterfangens, welches thematisch deutlich an „Rosemarys Baby“ angelehnt ist.

Zwar steigt die zweite Episoden recht lahm in eine typische WG-Situation ein, doch Masha-Darstellerin Rebekah Kennedy schafft es als einzige innerhalb des Casts, die notwendige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und in einer Mischung aus süßlicher Freundlichkeit und abgründigem Hass das Treiben an sich zu reißen, zumal die Pointe im Gegensatz zur ersten Story passabel ausfällt. Der darauf folgende, zweigeteilte Epilog ist innerhalb seiner Fahrigkeit eher auf dem niedrigen Niveau der ersten Erzählung angesiedelt.

Wenigstens einmal dürfte Tsigaridis Argentos „Suspiria“ gesichtet haben und versuchte sich an einigen Nahaufnahmen ebenso wie an einigen Lichteffekten, was bereits an der schwachen Ausleuchtung und der unsicheren Kamera scheitert. Drei, vier handgemachte Gewalteinlagen und Grimassen schneidende Hexen mit weißen Klüsen reichen da beileibe nicht aus, um das Gefühl schwarzer Magie adäquat zu etablieren, zumal das erste Kapitel als auch der Epilog an einer tauglichen Pointe scheitern. Die angedrohte Fortsetzung möge Horrorfans folglich besser erspart bleiben.
3,5 von 10

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