Die direkte Fortsetzung „Ju-on: The Curse 2“ stammt vom selben Regisseur und aus dem gleichen Produktionsjahr (2000) wie „Ju-on: The Curse“. Sie bedient sich ebenfalls eines semiprofessionellen TV-Looks.
Hat man den verwirrenden, aber faszinierenden Vorgänger gesehen, fällt die Fortsetzung nicht mehr ganz so gewöhnungsbedürftig aus. Man weiß, was einen erwartet und sollte man sich an Teil 1 nicht mehr erinnern können, wird einem durch die Wiederholung der letzten beiden Episoden des Erstlings wieder auf die Sprünge geholfen – zu meinem Entsetzen über eine halbe Stunde lang (wenn auch mit zusätzlichen Szenen innerhalb der Episode „Kyoko“). Damit reduziert sich die eigentliche Spielzeit des mit lediglich rund 75 Minuten ohnehin schon kurzen Films beträchtlich.
Doch diese wird genutzt, um – erneut in miteinander verwobenen bzw. aufeinander aufbauenden Episoden - zumindest ein wenig Licht ins verwirrende Dunkel des Vorgängers zu bringen, man erfährt etwas mehr von der Vorgeschichte. Letztlich punktet vor allem das Finale, das diesmal mit einem Schulhof voll beängstigender Geistergestalten nicht nur eine fast schon apokalyptische Vision bietet, sondern zudem mit einem zwar deutlich von „Ringu“ inspirierten, aber dennoch wahnsinnig gruseligen und packenden Verfolgungsszenario auftrumpft. Zum wiederholten Male wird mit einfachen Mitteln – Geräuschkulisse, etwas Make-Up und durch leichte Beschleunigung unnatürlich verfremdete Bewegungen – Horror in Reinkultur geschaffen, der die Schwächen des Films die Handlung und Charaktere betreffend relativiert, wenn nicht gar mystifiziert.
Ich bin angefixt und habe die Asia-Kino-Neuverfilmungen des Zweiteilers bereits geordert.