Australien gilt spätestens seit „Mad Max“ als tauglicher Schauplatz für Endzeitfilme. Und da sich Zombies recht gut in die Kulisse einer entsprechenden Ödnis einfügen, entstand 2014 mit „Wyrmwood: Road of the Dead“ ein nicht uninteressanter Genremix, dessen vorliegende Fortsetzung rund sieben Jahre auf sich warten ließ.
Das australische Outback wird bereits seit Jahren von Zombies überrannt. Soldat Rhys hat es sich zur Aufgabe gemacht, Versuchsobjekte an ein ominöses Labor zu liefern, um endlich ein Heilmittel gegen das Virus hervorzubringen. Als er mit Grace einen Hybriden ans Labor liefert, weckt dies die Aufmerksamkeit ihrer Verbündeten Maxi und Barry, denn nun soll Rhys über die wahren Abläufe in den Versuchsräumen informiert werden…
Einige Flashbacks mit wenigen relevanten Begebenheiten reichen aus, um der Handlung problemlos folgen zu können, welche auch ohne Vorkenntnis des Vorgängers leicht verständlich ist. Denn die Figurenkonstellation bleibt überschaubar, während Rhys ein wenig zwischen den Fronten steht und dessen Gepflogenheiten zunächst eher an die eines skrupellosen Söldners erinnern.
Seine Behausung zeichnet sich indes durch einige spaßige Gimmicks aus, denn Rhys hat sich die Verhaltensweisen der Untoten zu nutze gemacht, indem er sie beispielsweise in die Pedale treten lässt, um das Gemüsebeet zu wässern. So dienen die Untoten zur Energiegewinnung, aber auch als Ablenkung für eventuelle Eindringlinge. Spätestens beim umgebauten Truck sind die Parallelen zu „Mad Max“ wiederum unübersehbar.
Leider dauert es eine ganze Weile, bis Action die Oberhand gewinnt und nicht nur Zombies auf zumeist blutige Art und Weise beiseite geräumt werden. Ab und an spritzt zwar Blut aus dem Rechner, doch es gibt auch zahlreiche handgemachte Splattereinlagen, bei denen Schädel zerschossen und Gliedmaßen in der Landschaft verteilt werden. Im letzten Drittel herrscht ein angenehm hohes Tempo, während Ballereien, kleine Zweikämpfe und ein Vordringen ins feindliche Lager Abwechslung verschaffen.
Hinsichtlich des vergleichsweise niedrigen Budgets ist primär die Gestaltung der Untoten positiv zu erwähnen: Ausgefeiltes Make-up mit entsprechend maroden Look und konzentriert agierende Statisten sorgen für eine angemessene Bedrohung. Zudem wird deren gelber Atem visualisiert, wodurch in vermehrt aufkommender Form eine zusätzliche Gefahr generiert wird.
Und einen Cyborg-Zombie der in virtueller Form gesteuert wird, hat es in dieser Form auch noch nicht so oft gegeben.
Ein latenter Trashfaktor ist bei alledem stets vorhanden, was nicht zuletzt am klischeehaften Overacting verrückter Wissenschaftler liegt, wogegen nicht jede Auflockerung ins Schwarze trifft. Immerhin nimmt sich der Stoff selbst nicht allzu ernst und spätestens in den letzten zwanzig Minuten liefert die Mischung genau das, was einen kurzweiligen, wenn auch nicht übermäßig markanten Genrebeitrag ausmacht.
6 von 10