Review
von Leimbacher-Mario
Wünsch-dir-was-Endzeit
Den ersten „Wyrmwood“ (6,5/10) würde ich jetzt nicht unbedingt als modernen Zombieklassiker aus Australien betiteln, doch er hat mir damals solide Spaß gemacht (mit Gleichgesinnten auf dem Fantasy Filmfest). Eine gesunde, amateurhafte Mischung aus „Mad Max 2“ und „The Walking Dead“. Mit gehörigem Aussiefeeling - schwitzig, karg und seinem Genrekino treu, nie scheu. Nun kommt endlich (?) die Fortsetzung „Wyrmwood: Apocalypse“ - und verhebt sich ein bisschen. Alles wirkt etwas lahmer, langweiliger und noch wesentlich eintöniger, schon dagewesen. Mehr vom Gleichen und den Bogen etwas überspannt. Dennoch mit Herz und Amateurcharme, mit Leidenschaft bei der Sache und einfach mal machend. Davor muss man Respekt haben. Wir befinden uns weiterhin in einer australischen Zombie-Post-Apokalypse, wo an einem Heilmittel geforscht wird, in der Pampas herumgefahren wird und eigentlich jeder für sich allein kämpft. Mittendrin psychokinetisch begabte Mensch-Monster-Hybriden, verrückte Wissenschaftler und ballernde Soldaten.
„Wyrmwood: Apocalypse“ bietet leider nochmal sehr ähnliche bis gleiche Kost wie sein Vorgänger. Eine sehr straighte, blasse Fortsetzung wenn’s nach mir geht. Wem der Erste gut gefiel, wird auch jetzt sicher keinen Daumen total runter zeigen. Aber irgendwie fehlen hier jegliche Ausschläge, Highlights oder Neuerungen. Fast wirkt das ein wenig so, als ob man mindestens diesen Part II, wenn nicht sogar beide Teile, locker hätte in einem Kurzfilm (!) zusammenfassen können. Weder so drüber wie „Frankensteins Army“ noch mit gesellschaftlich-kulturellen Themen wie etwa „Blood Quantum“, weder eine Nummer größer wie einst „The Road Warrior“ seinen Vorgänger überflügelte noch intimer mit neuem Kniff wie es etwa letztes Jahr der zweite „Orphan“ getan hat. „Wyrmwood: Apocalypse“ hat mich schon ein wenig enttäuscht und fühlt sich immer wie zwei Schritte zurück an, wenn gerade mal ein halber nach vorne gegangen wurde. Die Handbremse wird nie ganz gelöst, das Budget begrenzt sichtbar stark und vom Outback bekommen wir arg wenig Facetten zu sehen, liebgewonnene Figuren werden flott fallen gelassen oder zu wenig gezeigt und die Action wirkt schnell redundant und wenig kreativ, meist in irgendwelchen Kellern und Containern. Immer wieder Geballer und platzende Köpfe. Auch Evergreens werden irgendwann fad. Eine Grundsympathie bleibt bei mir und hier und da splattert's wie es eben splattern muss. Doch im Grunde ein matschiger, körniger Wiederholungstäter und wilder Bildschirmschoner.
Fazit: Motoren gegen Untote in Downunder. Selbst wenn nun vielleicht ein paar mehr Kugeln verschossen werden, kränkelt diese „Wyrmwood“-Fortsetzung etwas an Konfusion, Redundanz und Ideenlosigkeit. Zu selten wird wirklich hochtourig gefahren. Wenn dann rockt's nur ganz kurz. Und eine Grundsympathie versprüht die Aussiezombiehatz dennoch. Nur werden viele der Figuren aus Part I ziemlich ignoriert. The Road Warriors degenerierter Grosscousin. Etwas zu viel Inzucht?!