Auf den Spuren von „Twister“ wandelt das Langfilmdebüt von Lindsay Gossling, welches mit einigen bekannten Gesichtern der B-Riege aufwarten kann. Sie nimmt sich den klassischen Katastrophenfilm der 70er als Vorbild, indem im Vorfeld relativ viele Konstellationen eingeführt werden.
Prairie Rock inmitten der USA: Kaum jemand nimmt die Tornadowarnung ernst, die seit den frühen Morgenstunden über den Äther läuft. Eine Farmerfamilie hat existenzielle Probleme, ein junger Mann steht kurz vorm Coming Out und eine Friseuse erwägt einen Schwangerschaftsabbruch. Doch dann geht alles ganz schnell und der Schutzbunker scheint für einige kaum mehr erreichbar zu sein…
Reine Actionfreunde dürften mit dem Stoff ihre Probleme haben, denn rund 50 Minuten liefert er ein reines Drama mit mehr oder minder alltäglichen Problemen. Das wirkt zunächst maßlos überfrachtet und es fällt nicht leicht, bei den vielen Figuren die Übersicht zu behalten.
Zudem kristallisiert sich kaum ein prägnanter Sympathieträger heraus, da man es augenscheinlich allen Charakteren recht machen wollte und einige Individuen bereits im Alltäglichen irrationale Entscheidungen treffen.
Der lange Vorlauf hat allerdings den Vorteil zu veranschaulichen, wie Normalität von einer Sekunde auf die nächste sprichwörtlich aus den Fugen geraten kann und Probleme plötzlich nichtig erscheinen. Die titelgemäßen 13 Minuten beziehen sich auf die Dauer des Tornados, von dem in Sachen Freilandansicht allerdings wenig zu sehen ist. Dennoch ist auch in diversen Verschlägen und Innenräumen heftig was los, während die Trümmerlandschaft danach so aussieht, als wäre ein halber Schrottplatz niedergegangen.
Auch das Make-up leistet ordentliche Arbeit, während die Kamera einige Vogelperspektiven bemüht, die eine Schneise der Verwüstung offenbaren. Darstellerisch wird weitgehend brauchbar performt, wobei weder Amy Smart, Thora Birch, noch Paz Vega oder Anne Heche einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Indes ist der Score vor allem im letzten Drittel deutlich drüber, während er davor kaum auffällt.
Schwierig für Genrefans, die einen knackigen Katastrophenfilm erwarten, der sofort auf die Tube drückt. Denn hier ist Geduld gefragt, zumal einige Figuren zuviel im Rennen sind. Die Effekte fallen derweil passabel aus, obgleich dem Projekt das geringe Budget hin und wieder anzusehen ist. Insofern mit Vorsicht zu genießen.
Knapp
6 von 10