Review
von Leimbacher-Mario
Limousinenlutscherei
Als Mischung aus „Collateral“ und „Wir sind die Nacht“ kommt dieser neue Netflix-Exklusiv-Blender daher, in dem es ein junger Chauffeur mit zwei scharfen und bissigen Vampirdamen zu tun bekommt…
„Night Teeth“ sieht aus wie ein Musikvideo und ist auch ähnlich spannend. Nämlich gar nicht. Aber teilweise immerhin (plakativ) sexy, schnippisch, saftig. Ganz klar anbiedernd an ein junges Publikum. Die Frauen sind hot und selbstbewusst. Die Mode und Styles können bei den U20ern sicher punkten. Der ins kalte Wasser geworfene Protagonist bleibt zwar blass, kann als leeres Blatt und Identifikationsfigur aber funktionieren. Und es wird immerhin versucht gehörig World Building zu betreiben. Aber das sind alles sehr milde positive Punkte und ansonsten geht dieser Vampirfarce recht schnell jeglicher Sprit, Lebenssaft und Esprit aus. Die Chose wirkt einfach unendlich flach, austauschbar und nichtssagenden. Auch extrem künstlich auf hip und cool gemacht. Und bei Coolness ist und bleibt es einfach so: umso mehr man es sein will, desto weniger ist man's. Zudem kann „Night Teeth“ seinen „John Wick“-Look nie mit Leben füllen und wirkt blutleer, wie die filmische Form von Fast Food und leeren Kalorien. Etwas Geschmack, billig zu bekommen, insgesamt aber komplett ohne Mehrwert und sogar auf Dauer eher schädlich.
Fazit: künstlich, gestelzt cool, hässlich hip, generisch und glatt. Alles Dinge, die auf „Night Teeth“ zutreffen. Leider eher Shirin David als Kathryn Bigelow. Und dennoch hat die Netflix-Produktion Unterhaltungswerte. Zumindest an Halloween. Zumindest fürs Auge. Zumindest für Vampirfans. Zumindest für Schüler. Aber mit heftigen Abstrichen natürlich.