Ich gebe gern zu, daß ich nicht unbedingt der rechte Lieberhaber von Monsterfilmen bin, in denen überdeutlich der Mann mit Gummianzug durch liebevoll gestaltete Stadtkulissen stampft und fleißig in der Gegend rum röhrt.
Vor einiger Zeit wurde mir aber auf einem Filmabend diese Gurke untergeschoben, die das gewohnte Niveau dieser asiatischen Kinderfreuden auf einen neuen Tiefstlevel drückte – indem es den Mann im Anzug mal ganz einfach wegließ und stattdessen das Monster im PC erschaffen ließ.
Es fällt weiter schwer, mich noch an irgendwelche erhellenden Details in Sachen Plot zu erinnern, aber in diesem Remake von „Godzillas Todespranke“ erwecken jedenfalls irgendwelche Aliens von einem Raumschiff aus das Skelett von Yonggary wieder zum Leben, das man passenderweise gerade irgendwo nahe einer US-Großstadt gefunden hat. Das erklärt natürlich auch, warum dieser Koreakäse in erster Linie einen amerikanischen (No-Name-)Cast mit sich herumträgt, der an Amateurhaftigkeit kaum noch zu übertreffen ist, inclusive dämlicher Militärs, ehrgeiziger Wissenschaftler, ein paar Böslingen und aufrechten Herzchen, die die Welt retten wollen. Alles schon mal dagewesen.
Was „Reptilian“ so besonders scheiße in der Rezeption macht, sind die unglaublich schlechten PC-Effekte, die hier zum Einsatz kommen. Man kennt diese eckigen, grobschlächtig gemachten Monsterkreaturen ja aus „WoW“ und ähnlichen PC-Spielen, wo es eben nicht auf Fotorealismus ankommt (weil zu teuer) und so in etwa wirkt unser Gigant hier – wie mit einer Batterie Commodore C-64 von einem Neunjährigen animiert, noch dazu vor einem superbillig wirkenden Stadthintergrund, bei dem die lichterloh brennenden und einstürzenden Gebäude nie nach mehr aussehen als nach einer Grundprogrammierung ohne jede Details.
Die Angriffsszenen, die hier endlos wiederholt werden und ebenso mies animiert sind, erspare ich mir in aller Ausführlichkeit und mit dem Auftauchen eines zweiten Monsters (gähn!) wird die Chose auch nicht besser. Wo man bei Godzilla das Kasperletheater an Handlung als solches noch genießen kann, schreit dies hier einem das „Wir können es nicht!“ geradezu boshaft ins Gesicht, während Handlungsfäden immer wieder sinnfrei fallen gelassen werden und in Kontrollzentren auf den Konsolen so Sinnfreies wie einzelne Topfpflanzen stehen (offenbar um den Raum voller wirken zu lassen).
Wenn man schon nur mit Monstren punkten kann, dann müssen die wenigstens was drauf haben, doch hier das hier ist so stumpf und schlecht, so eckig und hilflos und noch dazu endlos aneinander montiert, das das Interesselevel in kürzester Zeit gegen Null tendiert, ohne den nötigen Trashanteil, um die Zuschauer wirklich wach zu halten.
Muß man gesehen haben, um zu glauben, daß so etwas wirklich existiert – und läßt den direkten Nachfolger „D-War“, eben auch nicht eine Perle der Filmkunst doch fast schon wie Oscarmaterial wirken. (1/10)