Bereits 2018 offenbarte der norwegische Regisseur John Andreas Andersen, dass ihm augenscheinlich Katastrophenfilme liegen, denn sein „The Quake – Das große Beben“ hatte angemessen viel Wumms dahinter. Ähnlich kraftvoll geht er auch bei „North Sea“ zu Werke.
U-Boot-Ingenieurin Sofia (Kristine Kujath Thorp) und ihr Kollege Arthur (Rolf Kristian Larsen) können mit ihrem Unterwasserroboter nicht mehr viel ausrichten, als eine Ölplattform nachgibt, was den Tod von acht Menschen mit sich bringt. Doch die gesunkene Plattform war nur der Beginn einer weitaus schlimmeren Katastrophe…
Das Thema könnte kaum aktueller sein, wenn komplexe Bereiche wie Gas, Öl und Klimawandel in einen Topf geworfen werden. Und schließlich kennt man sich in Norwegen recht gut mit Ölförderung aus und entsprechend können sich sämtliche Kulissen nebst Ausstattung sehen lassen. Zunächst lässt es Andersen eher ruhig angehen und nimmt sich ein wenig Zeit für die relevanten Figuren und verzichtet dabei auf den fast schon obligatorischen Wichtigtuer, der alles verschleiern will. In diesem und anderen Punkten hebt er sich angenehm von der gängigen Hollywoodkost ab.
Im Hauptteil setzt die Geschichte auf zwei Handlungsstränge, was das flotte Tempo nahezu konstant aufrecht erhält: Einerseits Sofia bei einer Rettungsaktion mit dem Unterwasserroboter, welcher einer ferngesteuerten Metallschlange gleichkommt und andererseits die Leute im Krisenstab, die damit beschäftigt sind in Windeseile möglichst rationale Entscheidungen zu treffen. Die durchweg soliden Performances kommen dem Treiben logischerweise zugute, während der Score ordentlich antreibt.
Derweil befinden sich die Effekte auf einem überdurchschnittlichen Niveau und nur sehr selten sind CGI als solche auszumachen, etwa bei Jets aus der Vogelperspektive. Hier und da wird geflutet, es gibt Brände und Explosionen und auf den Plattformen ist ebenfalls stets Bewegung im Spiel, bei dem Kamera und Schnitt sehr ordentliche Arbeit leisten.
Letztlich kann man dem Stoff einige Klischees und überkonstruierte Gegebenheiten ankreiden, die zum Finale etwas deutlicher hervortreten, doch hinsichtlich des überzeugenden Gesamtpakets wiegt das nicht allzu schwer. Genrefreunde können also bedenkenlos zuschlagen und dürften mit den 110 Minuten nichts falsch machen.
Knapp
8 von 10