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1988 wagte Arnold Schwarzenegger mit dem Streifen Zwillinge seinen ersten Ausflug ins Komödiengenre, wie wir alle wissen mit großem Erfolg, der Film konnte beim Publikum und auch bei den Kritikern gleichermaßen punkten. Natürlich war Big Arni auch weiterhin in knallharten Actionfilmen zu sehen wie z.B. in Total Recall, im Jahre 1990 versuchte er es mit seiner zweiten Komödie. Kindergarten Cop war finanziell erfolgreich und erreichte bei einem Budget von 15 Millionen Dollar  knapp 91 Millionen Dollar an den amerikanischen Kinokassen. Dabei stellte Schwarzenegger einige Bedingungen, bevor er sich bereit erklärte, die Rolle des Kindergarten Cops John Kimble zu übernehmen, so bestand er z. B. darauf, das Ivan Reitman Regie führen sollte, mit dem er bereits im oben genannten Publikumshit Zwillinge gewinnbringend zusammen gearbeitet hatte, außerdem wollte er die in der Öffentlichkeit teilweise tabuisierten Problematiken  wie ein zerrüttetes Familienleben oder Kindesmisshandlung aufgreifen, so wurde dann das Drehbuch auf Schwarzeneggers Wunsch mit Handlungselementen zu diesen brisanten Themen ergänzt.


Schwarzenegger spielt hier den Cop John Kimble, der in der ca. fünfminütigen Anfangssequenz den Drogendealer Crisp (Richard Tyson)verhaften kann. Da sich die Beweislage für den anstehenden Prozess als schwierig gestaltet, versucht er mit seiner Kollegin O'Hara (Pamela Reed), den vierjährigen Sohn Dominik und die Ex-Frau Joyce (Penelope Ann Miller) vom Drogendealer ausfindig zu machen, damit diese gegen Crisp aussagen können. Die Beiden sind vor Jahren vor dem gewalttätigen Verbrecher geflohen, die einzige Spur die man von Ihnen hat führt in die Kleinstadt Oregon. O'Hara sollte im städtischen Kindergarten als verdeckte Ermittlerin die Identität des Jungen herausbekommen, als O'Hara krank wird, muss Kimble als Kindergartenlehrer für Sie einspringen. Kimble stößt schnell an seine Grenzen, den Kindergärtner kann anstrengender sein als Verbrecher jagen. Doch mit der Zeit gewöhnt er sich ein und macht seine Sache immer besser. Kimble lernt auch die Lehrerin Joyce kennen in die er sich verliebt ohne anfangs zu wissen, dass sie die Ex-Frau von Crisp ist. Währenddessen gelingt Crisp die Flucht und er macht sich selbst auf den Weg zu seiner Familie und zu seinem Sohn....

Einen Cop darzustellen, gehörte ja zum Standardprogramm eines jeden Actionstars Anfang der 90 Jahre und auch Schwarzenegger spielt hier den Polizisten gewohnt routiniert und gibt in den zahlenmäßig begrenzten, aber durchaus gut umgesetzten Actionszenen, die für eine FSK 12 Freigabe teilweise recht hart ausgefallen sind, eine überzeugende Figur ab. Allgemein lässt sich konstatieren, dass die Mischung zwischen Action und Komödie gut zu Gefallen weiß. Arnies darstellerische Qualitäten als Kindergärtner würde ich jedoch, vorsichtig ausgedruckt, eher als limitiert bewerten, sein Schauspiel wirkt auf mich hölzern und unfreiwillig komisch. Nicht lustig weil es lustig ist, er stellt sich einfach nur dämlich an, wenn er z.B. in Mitten der Kinder Old Mc Donalds had a farm hia hia hoh singt weiß der Zuschauer nicht ob er lachen oder einfach nur noch den Kopf schütteln soll. Alle weiteren erwachsenen Protagonisten spielen Ihre Rollen solide, ohne wirklich positiv bzw. negativ aufzufallen, d.h. es ist meines Erachtens nicht notwendig, sie hier nochmal extra namentlich zu erwähnen.

Die eigentlichen Stars des Films sind für mich die Kids. Für Arnies 30 köpfige Kindergartentruppe, die er im Film leiten darf, wurden im Vorfeld knapp 2000 Kinder gecastet. Ja Herr Schwarzenegger, das Leben eines Kindergartenlehrers kann richtig anstrengend sein... "Mädchen haben eine Vagina und Jungs einen Penis" diesen Spruch bekommt Kimble von einem dreijähriges Kind vor den Latz geknallt, die Lacher sind hier schon mal vorprogrammiert. Jedes der Kinder hat so seine Eigenart, das Ganze wird lustig und liebevoll präsentiert, außerdem wurden wie schon im ersten Absatz beschrieben, immer wieder auch ernste Momente in die Handlung eingestreut, so das der Film dann teilweise auch zum denken anregt. Schwarzenegger jedenfalls wird von den "kleinen Monstern" richtig an die Wand gespielt, ehe er in der Mitte des Films mit pädagogisch teils fragwürdigen, aber wirksamen militärischen Drill Einlagen die Kinder zur Vernunft bringen darf, zu guter Letzt wurde der Geschichte noch eine kleine Lovestory implementiert, so darf sich Arnie in die Ex-Frau vom Drogendealer verlieben, mit ihr Anbandeln und am Schluss Mutter und Kind vor Crisp retten... und fertig ist das klischeebehaftete Bilderbuch Happyend des typischen amerikanischen Familienfilms.

Letzten Endes bleiben 7/10 Punkte übrig, ein bisschen Action, ein Arnie der als Cop überzeugt und als Kindergärtner leicht überfordert wirkt, viele lustige Momente dank der gut besetzten und sympathischen Kinderdarstellern, dazu gängige Klischees mit einer Alibi Lovestory abgerundet, so dass wir hier knapp über dem filmischen Durchschnitt ankommen und bei 7 von 10 möglichen Punkten landen, was einer ordentlichen Schulnote 3 entspricht.

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