Hmmm…“Killer under the Bed“…klingt das nicht irre kribblig?
Da erwartet man doch schon den nächsten Slashern in den Badeschlappen stehen (oder liegen) zu sehen, wie er leicht bekleideten Ladies zur Nacht von unterhalb der Boxspringmatratze heimleuchtet.
Falls das der Falll sein sollte, dann bitte beim Stöbern auf Netflix lieber die Pfötchen vom Film dieses Titels lassen, denn wenn ein Titel nun mal wirklich eine Fehlkonzeption war, dann dieser!
Es ist also Essig mit dem ominösen Killer, stattdessen sagt „Hallo“ zu der „Baby Voodoo Doll“ einer ziemlich rupfig aussehenden Angelegenheit im Barbie-Format, welche die pausbäckige Brec Bassinger im Schuppen ihres neuen Zuhauses aufstöbert. Brec alias Kilee hat gerade übel "Teenage Sorrows", weil Dad einen tödlichen Unfall hatte und das Zusammenleben mit Mom (Zahnärztin in Gemeinschaftspraxis) und Schwester (Sportlerin) nicht immer einfach ist, wenn einen in der neuen Schule die Superbitch Tina aufs Korn nimmt.
Ihr merkt schon, hier läuft alles nach gängigen Klischees ab, außer dass man Kilee im Film keinen „Love Interest“ an die Hand gibt, stattdessen symbolisiert ein netter Lehrer die herbe Männlichkeit, die aber auch toxisch klammernd wird, als sie ihn per Voodoopuppe und Liebeszauber an sich bindet.
Ach ja, man kann also persönliche Dinge oder Haare von Leuten an die Puppe heften, die man dann damit positiv oder negativ beeinflussen kann. Das sagt auch die mysteriöse Internetseite zum Suchbegriff auf dem Wäscheschild, die es später im Film natürlich nie gegeben hat. Auf jeden Fall kann sich jeder geplagte Teenaer so mal ordentlich Luft verschaffen: die Schwester ärgern, die Bitch krank machen, den Traumlehrer netter werden lassen. Und als Mom in der Praxis von einer überambitionierten Kollegin mies behandelt wird, wird auch die in Acht und Bann geschlagen.
Natürlich geht das alles nicht lange gut (in dieser Hinsicht ähnelt der Film über zwei Drittel etwas dem „Hexenclub“) und der Liebeszauber schlägt zu heftig durch und die beeinflusste Miststück-Zahnärztin dreht nach der Einflußnahme komplett ab und gerät zur racheschäumenden Attentäterin.
Natürlich kommt auf der Schlußgeraden dann die Puppe selbst in den Fokus, die man eben immer gut behanden muss, weil sie wohl selbst dämonisch beherrscht wird und so haben drei Damen beim Showdown alle Hände voll zu tun, um lebend aus der Sache rauszukommen.
Also, ich bin dem Film nicht böse, aber es ist eben alles sehr abgedroschen (außer man ist 14 und hat die Mädels im Zoom-Chat dabei und noch nicht ALLE Horrorfilme gesehen) und basiert auf dem viel benutzten „Be careful what you wish for“-Prinzip, wobei manche Dinge leider auch nicht ganz so präzise erklärt werden (etwa warum Kilee den Liebeszauber nicht wieder aufhebt, bzw. das nicht funktioniert).
Das Einprägsamste an dieser Produktion ist Kristin Careys Vorstellung als Dr.Ryder, die schon die erste Begrüßung zwischen Kolleginnen als satanische Konkurrenz betrachtet und praktisch permanent um ein paar ins Fressbrett bettelt. Später darf sie dann mit jedem Auftritt etwas mehr ausklinken, bis man sie spontan köpfen möchte, womit auch der ehemalige Teenage Star Kristy Swanson, der jetzt auf Mutterrollen abonniert ist, was zu tun hat.
An Chucky und Co kommt das Püppchen natürlich nicht ran, spricht aber erfolgreich aus den beeinflussten Personen und kann noch nicht mal brauchbar abgefackelt werden, insofern ist es schon ein wenig „creepy“, aber eben noch auf einer recht familienfreundlichen Ebene, denn Blut fließt hier so gut wie gar keins, aber dafür gibt es reichlich Leidens- und Handlungsdruck für alle Beteiligten.
Für richtige Genrefans wird das zu brav sein, die Softeren unter uns können aber bedenkenlos zugreifen – und ach ja, ein- zweimal wird die Puppe auch unter dem Bett vermutet. Wie man daraus diesen Filmtitel schneidern konnte, leuchtet mir aber nicht ganz ein.
Ansonsten bringt eure Englischkenntnisse mit, denn aktuell ist das Teil noch gar nicht synchronisiert. (5/10)