Bei dem einen oder anderen Slasher sind die Vorbilder nur allzu offensichtlich und wer wenigstens einen Teil der Reihe „Kinder des Zorns“, einen Film von Rob Zombie und das Kettensägenmassaker in Texas gesehen hat, wird bei vorliegender Fortsetzung einige Anspielungen entdecken.
Hershel und seine Familie betreiben eine Farm und besitzen eines der größten Kornfeldlabyrinthe in Kalifornien. Nebenbei vertreiben sie eine Verjüngungscreme, für dessen Herstellung stets unfreiwillige Testpersonen gesucht werden. Eine davon ist Melanie, die soeben aus dem Koma erwacht ist und die übrigen Gefangenen befreien kann. Die Hatz durchs Labyrinth beginnt…
Für Quereinsteiger eignet sich der Stoff nur bedingt, denn das erste Drittel wird ausschließlich aus Sicht der Peiniger geschildert, was fürs spätere Mitfiebern kaum dienlich ist. Die stumme Melanie zeichnet sich zwar früh durch mutige Aktionen aus, doch die übrigen Flüchtenden erhalten noch nicht einmal Namen, geschweige denn, so etwas wie Figurenzeichnungen.
Die illustren Familienmitglieder der Jäger bilden indes einen Querschnitt üblicher Backwood-Erscheinungen: Es gibt die Amazone, den fettleibigen Unterbelichteten, einen Hünen mit Maske und Kettensäge und zwei Leute in Clownskostümen. Folgerichtig wird die Jagd mit allerlei Waffen verrichtet und es gibt Opfer auf beiden Seiten, zumal das Labyrinth mit einigen Bösartigkeiten wie Bärenfalle und Stolperdraht gespickt ist, während anderweitig Pfeil und Bogen, Messer und Keule zum Einsatz kommen.
Allzu ernst nimmt sich der Stoff zwar nicht, doch die überwiegend harmlosen Gags generieren selten mehr als leichte Schmunzler. Eher reitet man auf einigen Klischees herum, wobei eine Fernsehwerbung für jene Creme recht gut auf den Punkt gebracht wird. Gegen Ende sind hingegen kaum noch Auflockerungen auszumachen.
Immerhin wird das Tempo einigermaßen flott gestaltet, es gibt sogar ein paar kleine Zweikämpfe, nur auf Dauer bietet die Kulisse des Labyrinths nicht allzu viel Abwechslung. Die wenigen Vogelperspektiven wiederholen sich und innerhalb des Labyrinths arbeitet die Kamera allenfalls zweckdienlich, jedoch nicht allzu variabel.
Bleiben noch eine Handvoll Gewalteinlagen, die sich hinsichtlich des geringen Budgets einigermaßen sehen lassen können. Zumindest schauen die praktischen Effekte in Form von Schnittwunden oder Pfeil im Hals um Längen besser aus als einige CGI. Die FSK18 ist demzufolge angemessen und der Bodycount fällt passabel aus.
Darstellerisch sticht auf ganzer Linie kaum jemand positiv hervor, vor allem das Weglaufen nimmt man niemanden aufgrund mangelnder Körperspannung ab. Das mag aber auch Teil des etwas merkwürdigen Humors sein, der etwas mutiger hätte ausfallen müssen, um länger in Erinnerung zu bleiben. Selbiges gilt für die gerade einmal 74 Minuten Laufzeit, in denen eben nichts passiert, was nicht bereits unzählige Genrevertreter oft deutlich effektiver hervorgebracht hätten.
Knapp
5 von 10